Endlich Ferien!

 Nach so viel Reisen haben wir uns unsere Ferien verdient. Aus diesem Grund flogen wir am 1. November auf die Insel Phu Quoc, welche im Golf von Thailand liegt. Wir haben vorgängig schon viel gehört und gelesen über die Strände in Vietnam. Die Meinungen waren durchwegs eher negativ. Sie seien nicht sauber, zugemüllt und einfach kein Vergleich zu Thailand oder den Philippinen. Daher waren wir uns auch unsicher ob wir wirklich in den „Strandurlaub“ auf die Insel wollten. Es hat sich aber gelohnt! Wir waren am Ong Long Beach, welcher etwas nördlich der Inselhauptstadt Duong Dong liegt. Das Bunglow-Hotel-Resort war ca. 5 Minuten vom Stand entfernt im kleinen Dorf. Es war ein richtiger Glückstreffer. Für 30 Dollar hatten wir einen grossen Bungalow mit schönem Bad und Frühstück. Normalerweise würde ich das teuerste nehmen, aber als arbeitsloser Weltenbummler ist man im Budget begrenzt. Eine total neue Erfahrung für mich. Aber eine sehr positive, da man bereits für 15 Dollar schöne Zimmer bekommt mit super Service und vor allem sehr guten Tipps für Touren zum weiterreisen. Natürlich gehören auch viele Backpacker mit in diese Kategorie, von denen wir uns aber abgrenzen wollen. Einerseits sind wir älter, sind haartechnisch gepflegter, saufen nur ein Bruchteil, reisen mit einer Rolltasche und haben (noch) Geld ...;-) 

Am dritten Tag erkundeten wir die Insel mit dem Motorbike. Für mich war es eine Herausforderung wieder auf einen Scooter zu steigen mit meiner Vergangenheit. Aber bereits nach kurzer Fahrt fühlte ich mich sicher, trotz mässiger Bremsen. Wie schon geschrieben fahren die Vietnamesen sehr sicher und vorausschauend, was es einfacher macht. Die Insel war während dem Vietnamkrieg auch ein grosses Gefängnislager der Amerikaner für die gefangenen Kommunisten.  Aus diesem Grund besuchten wir das sehr eindrückliche Coconutprison im Süden der Insel. Man kann es sich vorstellen wie in einem KZ: Blechbaracken  und unendlich viel Leid. Es wurde anschaulich gezeigt, wie die Gefangenen gequält und massakriert wurden. Wenn die Zustände in den Lagern wirklich so waren wie es beschrieben/gezeigt wurde, muss ich sagen, stehen sind die Amerikaner / Südvietnamesen den Nazis in Nichts nach und das bis 1972! Das war für mich das erschütterndste,  da dies noch nicht mal so lange her ist. Natürlich kann auch ein Teil als Propaganda abgetan werden…! Conny jedenfalls war es irgendwann zu viel und ging frühzeitig zurück zu unseren Mopeds.

Die Insel sonst hat nicht viel Sehenswertes. Es ist ausschliesslich für Strandferien geeignet. Die Strände waren zudem meist sehr schön und sauber. Dies liegt auch mit der Strömung zusammen und der Regenzeit, wieviel Müll es anschwemmt. Diesbezüglich hatten wir wie schon erwähnt Glück!

Am 6. November ging es wieder zurück nach Saigon. Wir holten unser hinterlegtes Gepäck und fuhren mit einem Bus weiter nach Mui Ne. Die Fahrt dauerte 5 Stunden und wurde im bequemen Sleeperbus zurückgelegt, welcher 5 Dollar / Pax kostete. Das Reisen mit dem Bus ist sehr günstig und auch schneller als mit dem Zug. Per Flugzeug ist auch sehr günstig, aber hier muss man schauen das man kein Gepäck aufgeben muss, sonst wird es schnell teurer. In Mui Ne angekommen musste noch das Taxi genommen werden für die letzte Strecke, was fast gleichviel kostete wie die Busfahrt. Mui Ne ist keine Reise Wert, wie auch Na Trang nicht. Dies sind chinesische und russische Hochburgen. Die Schilder der Geschäfte und Restaurants sind auch entsprechend beschriftet. Es ist der Badehotspot eben jener Gruppen. Am Folgetag buchten wir dennoch eine halbtägige Tagestour zu den Sehenswürdigkeiten des Ortes.  Es gibt genau 3 Stück: 

Fairy Stram: Einen Fluss, den man barfuss rauflaufen kann für ca. 3 Kilometer. Eigentlich noch recht schön wenn nur der Abfall links und rechts nicht wäre. Ist übrigens auch unser Highlite dieser Region. Gut auf tiefem Niveau würde man sagen...

White Sand Dunes: Wie es der Name schon sagt: Weisse Sanddünen! Jeder, der schon mal am Strand war, kennt sie. Der Unterschied ist, das diese doch höher und grösser sind als am Strand und man Quads mieten kann zum rumrösten. Auf gut Deutsch ein Funpark für Adrenalinjunkies. Hier merkt man auch, dass die chinesischen und russischen Reisegewohnheiten gegenüber den europäischen auseinanderklaffen.

Red Sand Dunes: Das gleich wie oben genannt einfach in rot… ein totaler Non-Event, bis auf den Sonnenuntergang!

Den Strand haben wir uns geschenkt und sind tags darauf mit dem Bus nach Da Lat gefahren!