San Francisco von seiner sonnigen Seite

 

Kurz nach meinem Bericht zu Hawaii hatten wir doch noch ein Unfall auf der Rückfahrt zu unserer Unterkunft. Vor einer einspurigen Brücke wollte ich noch durchfahren und habe im letzten Moment ein Auto entdeckt, das von der anderen Seite kam. Deswegen bin ich relativ unvermittelt auf die Bremse und es krachte hinter uns. Scheisse, so viele KM unbeschadet überstanden und am Schluss fährt uns noch einer hinten rein! Naja, dann mal rechts raus und den Schaden begutachten. Der Unfallverursacher ist auch ausgestiegen und war relativ ruhig / gefasst. Ich wäre wahrscheinlich wütender gewesen in seiner Situation, da ich wirklich unvermittelt auf die Bremse trat. An unserem Auto entstand ein sehbarer Schaden und an seiner alten Klapperkiste nur ein paar Kratzer. Ich telefonierte wie mir vorgeschrieben war mit der Autovermietung, welche nur wissen wollte ob Personen zu Schaden gekommen sind und das Auto noch fahrtüchtig war. Als dies mit einem Nein und Ja geklärt war, meinte Sie, ich könne die Polizei rufen oder morgen am Flughafen das Auto einfach zurückgeben, sie werde es der Agentur melden. Da wir eine Vollkasko hatten ohne Selbstbehalt wäre das für mich kein Problem. Okay, dann nehme ich den Schaden auf meine Kappe, da ich mich wirklich schuldig gefühlt habe. Der Unfallverursacher war sichtlich erleichtert und bedankte sich mehrfach für das unkomplizierte abhandeln. Zur Sicherheit machten wir noch Fotos von beiden Autos und tauschten Kontaktdaten aus. Im Nachhinein stellte sich heraus, das der Unfallverursacher ein verurteilter Sexualstrafftäter war, welcher auf Bewährung draussen war. Jetzt wussten wir auch, warum er froh war das wir keine Polizei einschalteten. Bei der Rückgabe hatten die Angestellten erstmal keinen Plan wie es üblich ist wenn es vom Standard abweicht. Also gab ich ihm denn Tipp, doch ein Unfallprotokoll auszufüllen wie es bei uns gang und gäbe ist. Er fand dann auch das entsprechende Formular und ich füllte es wahrheitsgetreu auf Deutsch aus. Ich geh mal davon aus, dass dieses Formular jetzt in irgendeinem Ordner vor sich hinrottet und wohl keiner mehr zu Gesicht bekommt. Schlussendlich hat es niemanden interessiert, solange das Auto noch fährt ist okay! Recht unkompliziert für Amerikanische Verhältnisse und der Kinderschänder (offizielle Bezeichnung) hat nochmals Glück gehabt. Obwohl Kinderschänder ein wenig übertrieben ist: er war 20 und die Geschädigte 15... die Eltern hatten Anzeige erstattet. Ist alles im Internet einsehbar, mit Adresse und Arbeitgeber.

 

Der Flug und die Ankunft in San Francisco gingen ohne Probleme über die Bühne und so waren wir am 14. Juni gegen 23 Uhr in unserem Hotel mitten im Elendsviertel von San Francisco. Wir haben auf unserer Reise noch nie so viele Obdachlose und Penner gesehen wie in dieser Gegend. Alkoholiker und viele Leute auf Drogen die rumschrien, komische Gesten machten und sonst auch verwirrt waren. Für mich war es ein interessantes Schauspiel aber auch erschreckend dies in so einer Touristenmetropole wie San Francisco zu sehen. Conny gefiel es um einiges weniger und war froh, als wir wieder zurück im Hotel waren nach unserem Mitternachtssnack. Schlussendlich waren es einfach Obdachlose, welche zwar laut waren, aber wir fühlten uns nicht unsicher oder bedroht, deswegen würden wir das Hotel Minna auch anderen empfehlen wegen der guten Preis Leistung.

 

Der nächsten Tage bestanden darin San Francisco zu entdecken. Da wir vier volle Tage hatten, hatten wir auch mehr als genügend Zeit um uns alles anzuschauen was es gab. Am meisten beeindruckt hat uns die Golden Gate Bridge, die hügligen Strassen und der Hafen mit den Piers. Natürlich durfte auch eine Fahrt mit dem Boot unter der Golden Gate Bridge nicht fehlen, wo wir doch glatt noch zwei Walle sahen! Was wir auch noch jedem empfehlen ist eine Hop On Hop Off Tour. Für relativ wenig Geld (35 Dollar / 2 Tage), hat man alle wichtigen Informationen und quasi ein Bus Billet zu allen wichtigen Sehenswürdigkeiten und gewisse Rabatte bei Attraktionen. Zu unserer Schande sind wir nur um Alkatraz rumgefahren und nicht auf die Insel. Da wir zu spät geschaut haben für Verfügbarkeiten war natürlich alles weg. Es hätte noch die Möglichkeit gegeben um 5 Uhr beim Ticketoffice anzustehen und eins der täglich 100 Tickets zu ergattern. Dies war uns aber zu früh. Wir sind schliesslich in den Ferien und haben schon so manches stillgelegtes Gefängnis besichtigt (Vietnam, Laos & Australien). Aber ja wer nach San Francisco geht, unbedingt lange im Voraus buchen. Ich weiss Marko, du hast mir es schon lange bevor gesagt, trotzdem hatte ich mit 2 Wochen vorher nicht gerechnet das schon alles weg ist… Naja in 30 Jahren haben wir gesagt, machen wir die gleiche Reise nochmals und dann versuchen wir es erneut.

 

Auch haben wir in San Francisco wieder alte Bekannte aus Fiji getroffen, mit welchen wir ein paar Tage verbrachten. Somit wissen wir jetzt wo sich die hippen und coolen Einheimischen aufhalten an einem schönen Sommersamstag. Allgemein hatten wir ein riesen Glück mit dem Wetter, welches perfekt war um die City zu erkunden. Immer blauer Himmel und angenehme 24 Grad. Sobald die Sonne verschwunden war, fiel aber auch die Temperatur soweit, dass eine Jacke und lange Hosen Pflicht waren.