Weinregion ohne Anreize...

 

Am 19ten machten wir uns auf um unser Auto in Empfang zu nehmen am Flughafen. Eigentlich auch eine langsam gewohnte Routine. Jede Woche ein anders Auto. Kurzfristig habe ich noch ein preiswerteres Angebot gesehen für 10 Tage (250 CHF) mit allem Inkl. Da das ursprüngliche Angebot 450 CHF kostete für die gleiche Zeit und kein einziger Versicherungsschutz inkl. war, hatten wir uns natürlich für das bessere entschieden. Nach 45 Minuten Wartezeit waren wir dann endlich an der Reihe. Natürlich haben wir uns aufgeregt über Personen, die vor uns dran waren und ihre Sachen nicht parat hatten (Kreditkarte, Ausweis, Pass etc.), auch hatte es jemand, der bei einem anderen Anbieter gebucht hatte und sich wunderte, warum man seine Buchung nicht finden konnte. Als wir am Counter waren, war natürlich auch unsere Buchung nicht zu finden. Durch mit ein zwei Tricks fand der gestresste aber durchaus freundliche Mitarbeiter unsere Reservation doch noch. Da das System aber doch nicht so zuverlässig war, wollte er dennoch unsere Bestätigungsmail sehen um 100% sicher zu gehen. Als ich ihm mein Natel hinhielt sagte/zeigte ich ihm „Tubelisicher“: „Hier vom 19ten-29ten…“, wobei das 19-29 sehr gross geschrieben war und nicht zu übersehen. Das überzeugte ihn vollends und er druckte denn Vertrag trotz motzendem System aus und wir unterschrieben. Nahmen schnell die Schlüssel in Empfang und machten uns mit dem Wagen aus dem Staub. Als ich ihm das Datum vorgelesen habe, ist mir auch der Grund des Systemproblems ins Auge gefallen: Wir haben für August 17 gebucht, was wohl auch den günstigen Preis erklärt…! Unser Glück war wohl die lange Schlange hinter uns und der gestresste Mitarbeiter. Wenn also jemand vom 19. August (San Francisco) - 29. August 2017 (Las Vegas) ein Auto braucht, einfach melden wir hätten da noch eine Buchung. Auch auf dem Vertrag war dieses Datum vermerkt, was natürlich auch bei der Rückgabe zu Problemen führte, da es nicht nach Standard war.

 

Als wir endlich draussen waren, machten wir uns auf ins Nappa Valley. Wenn schon in der Nähe, muss man auch einen Abstecher dorthin machen. Gegen 12 Uhr Mittags waren wir auch schon dort und machten uns gleich auf die verschiedenen Weingüter zu besuchen. Als erstes stand die Hess Collection auf dem Plan. Viele kennen den Weisswein wohl vom Coop. Für 25 Dollar gab es ein Tasting, was ca. im gesamten 1 dl. Wein beinhaltet und nicht an einen Einkauf angerechnet werden kann. Dabei seien noch die mässigen Weine erwähnt, welche im Vergleich zu europäischen unteres Mittelmass waren.  Es hätte noch ein Tasting für 50 Dollar pro Person gegeben für hochpreisigere Weine, welches wir nicht in Anspruch genommen haben. Nein Danke! Das Problem war, das das gesamte Napa Valley so funktionierte. Es wurde ab 20 Dollar ein Tasting angeboten, was auch knallhart eingefordert wurde. Ich verstehe, wenn man nicht alles gratis abgeben kann, aber das man das Geld wenigstens an einen Einkauf anrechnen lassen kann, wäre das mindeste. Leider Fehlanzeige. Das Valley selber ist sehr schön und auch die Bauten sehr imposant. Einen Besuch würde ich nur im Zusammenhang mit einer Weintour buchen. Somit ist die Fahrt und die Tasting inkl. Oder auch einmal mit dem Auto rauf und runter, dann im Laden einfach 1-2 Flaschen Wein kaufen und irgendwo an einem lauschigen Plätzchen trinken. Also für uns war es eher eine herbe Enttäuschung und nicht zu empfehlen, mal abgesehen von den Bauten und Landschaft.

 

Das Dorf selber entschädigte uns dann aber ein wenig, da es viele schöne Laden und Delikatessengeschäfte gibt. Auch gute Restaurants sind im Vergleich zum sonstigen Amerika übervertreten. Das Abendessen genehmigten wir uns in einer Markthalle, wo es viele verschieden Essenstände gab, von italienisch für Fleisch bis hin zu Burger natürlich. Auch Feinkostläden gab es viele mit Käse, Wein, Brot und Bier… Alles in allem sehr gelungen und wärmstens zu empfehlen.

 

Die weitere Reiseplanung musste auch noch gemacht werden und zu unserem Entsetzen mussten wir feststellen, dass die Strasse quer durch dem Yosemite Nationalpark infolge des Schneereichen Winters noch gesperrt war. So clever wie ich war, habe ich unserem Budget entsprechend ein Hotel östlich des Nationalparks gebucht. Dies bedeutete ein Umweg über 1000 KM oder viel Geld verlieren. Also beschlossen wir am Folgetag unsere Einkäufe zu erledigen (Simon Prime Outlet San Francisco) und dann um ca. 15 Uhr 6 Stunden nach Mammoth Lake zu fahren.