Naturwunder des Westens

Death Valley

Wieder waren wir auf der Strasse zu unserm nächsten Ziel: dem Death Valley. Die Nacht haben wir wie schon so oft in einem Motel irgendwo in der Pampas verbracht. Da die Restaurants in dieser Gegend meist gegen 8 – Uhr schliessen bleibt meist nur noch ein lokaler Schnellimbiss übrig. So auch den Abend zuvor, welchen wir in einem leeren Pizza-Hut verbrachten. Der Service war mehr als zuvorkommend aber die Pizza doch sehr teuer für das gebotene. Wie auch immer, alles in allem sicher eine schlechte Entscheidung.

Bereits beim auschecken wurden wir vorgewarnt, dass es zwischen 50 und 60 Grad werden kann und wir genug Wasser mitnehmen sollen. Natürlich waren wir uns das vom Outback schon gewohnt, und somit frischten wir uns am Eingang des Death Valley mit Wasser auf. Landschaftlich ist es eher eine trostlose Gegend mit wenig Sehenswertem. Aber was es definitiv war: HEISS. 60 Grad wurde es nicht gerade, aber der Höchststand war bei 58 Grad. Durch das, dass es in einer Pfanne gelegen ist, kann die Heisse Luft nicht entweichen und es erhitzt sich. So ist man bei 40 Meter unter dem Meer auf einem Salzsee. Während man die Umgebung erkundet wird das Auto natürlich laufen gelassen. Es gibt verschiedene Routen die man abfahren kann und Aussichtspunkte welche erklommen werden können.  Alles in allem ist es aber nicht so eine erdrückende Hitze, da sie sehr trocken ist, somit spürt man es weniger als in den Tropen.  Neben der Salzpfanne gibt es auch noch eine Route wo verschiedene Farben von den Felsen hervorkommen und dem Ganzen ein wenig Kontrast beimischen. 

Somit ging es wieder zurück auf die Strasse, vorbei an Las Vegas, Richtung St. Georg. Auch wieder ein paar hundert Meilen. Aber wie immer in Amerika sind die Strecken einfach zu fahren und das Auto hatte zum Glück einen Tempomat, welcher sich am Frontfahrer anpasste. Somit konnte man sich angenehm entspannen. Kurz nach Las Vegas erschrak Conny dann wegen einem State Trooper, welcher sich in der Mitte der beiden Fahrbahnen positioniert hatte. Sie bremste relativ stark, bis sie merkte, dass sie nicht zu schnell fuhr und gab wieder Gas. Natürlich ist das dem Polizisten nicht entgangen und somit nahm er die Verfolgung auf. Ich lachte nur noch, da ich die Situation zur genüge kannte. Conny machte sich fast in die Hosen und wusste nicht was Sie machen sollte. Solange er kein Blinklicht einschaltet einfach normal weiterfahren, riet ich ihr. Er fuhr dann zu meiner Verwunderung doch noch einige Meilen hinter uns her ehe er das Blinklicht einschaltete und wir somit auf denn Pannenstreifen zum Anhalten fuhren. Freundlich wie die Amerikaner sind verlangte er die Ausweispapiere etc. Nachdem das kontrolliert war, fragte er wo wir hinwollen und wir sagten ihm das es morgen Richtung Bryce Canyon geht. Schnell waren wir im Gespräch und wir redeten noch ca. 10 Minuten auf dem Pannenstreifen über die Canyons. Zur Ausnahme ein sehr netter und zuvorkommender Officer, welcher uns gute Tipps gab. Ach ja, er hat uns angehalten, da wir in der Dämmerung kein Licht anhatten. Natürlich war das nur eine Ausrede, da wir das Licht anhatten, aber wir wussten ja warum wir uns verdächtig verhalten hatten. Wir kamen erst gegen 22 Uhr in St. Georg an und bezogen unser Zimmer (natürlich ein Motel!). Nach einem kurzen Einkauf gingen wir wie auch schon in den Mc Donalds, welcher sich gleich auf dem Nachbarsgelände befand. Eigentlich wollten wir in ein anderes Restaurant, aber auch hier waren wir zu spät dran. Nichts mit 24H Gesellschaft.

 

Zion und Bryce Canyon

 

Wie schon die Tage zuvor, mussten wir wieder früh raus um diese beiden Canyons an einem Tag zu schaffen. Viele Kilometer lagen wieder vor uns. Somit kamen wir gegen 10 Uhr im Park an, welcher nur mit öffentlichen Bussen erreicht werden konnte. Endlich mal ein cleveres System. Das aber alle mit dem Auto kamen und somit die Vordörfer der Canyons komplett zuparkten bedachte niemand. Naja egal, ist nicht unser Problem. Nach dem bezahlen des Eintritts fuhren wir mit dem Bus an der spektakulären Felslandschaft das Tal nach hinten. Es war ein wenig der Yosemite Nationalpark Light, aber immer noch sehr spektakulär. Hinten angekommen gingen wir die letzten 5km noch zu Fuss, bis wir an einen Fluss kamen, wo man nur noch nass weiterkam. Hier machten wir kehrtum und gingen wieder zurück zum Auto. Wir waren wirklich gestresster als eine Chinesische Reisegruppe. Aber wenn man mit Conny unterwegs ist, müssen eben alle Stationen abgeklappert werden. Somit waren wir bald wieder auf dem Weg Richtung Bryce Canyon. Diesmal war die Landschaft zum Fahren sehr schön und man brauchte nur aus dem Fenster zu schauen.

Den Bryce Canyon erreichten wir gegen 16 Uhr und dementsprechend war er weniger besucht. Auch war er nicht so gross wie die vorhergehenden Attraktionen und somit konnte ein grosser Canyon von verschiedenen Aussichtspunkten fotografiert werden. Es war die spektakulärste Aussicht, welche wir bis anhin hatten. Auch der Grand Canyon kann hier nicht mithalten. Die Gesteinsformationen sind einmalig und sehr faszinierend anzusehen.

Am nächsten Tag stand der Grand Canyon auf dem Programm und der Weg dorthin war wieder 600 Kilometer lang. Wir waren es uns mittlerweile geohnt solch lange Strecken zu fahren und so machten wir uns um 18 Uhr auf den Weg. In der Zwischenzeit musste auch noch das passende Motel gefunden werden um zu nächtigen. In Flagstaff wurden wir fündig und stellten uns auf eine lange Fahrt ein. Gegessen wurde unterwegs in einem Dennys, leider stellte es sich nicht als Fast Food Restaruant raus und somit mussten wir 40 Minuten auf unser Essen warten. Dies war mein Fehler, da Conny eigentlich in ein Restaurant gehen wollte und ich einwendete, dass wir keine Zeit haben und deswegen ins Dennys gehen. Naja ich lag falsch und musste es mir die nächsten Stunden anhören. Jedenfalls assen wir während der Fahrt, das zwar möglich ist, aber nicht gerade bequem. Immerhin holten wir so etwas Zeit auf und gegen 1 Uhr morgens kamen wir in Flagstaff an. Leider hat Conny die falsche Adresse im Navi eingegeben und so mussten wir ohne Internet noch die richtige Adresse finden. Es stand 1:1 und somit war ich an der Reihe um mich über ihre Navigationskünste lustig zu machen. Wobei Conny regte sich einiges mehr über sich auf, da sie doch schon recht müde war. Um 2 Uhr war dann definitiv Bettruhe.

 

Grand Canyon und Las Vegas

 

Da wir wieder viele KM vor uns hatten, machten wir uns schon um 10 Uhr auf Richtung Grand Canyon. Das Frühstück war wieder inbegriffen und für diese Verhätnisse eigentlich sehr gut. Natürlich gab es Filterkaffe und im Pappbecher und zwei verschiedene Toastbrot, aber immerhin konnte man schön auf dem Parkplatz essen mit Blick auf die Schnellstrasse. The American Way of Life.

Nach ca. 3 Stunden hatten wir dann auch schon denn Eingang zum Grand Canyon erreicht. Wir mussten ca. 30 Mintuen am Eingang warten in der Schlange, bis wir zum Counter fahren konnten. Auch hier wurden wieder 30 Dollar fällig für den Eintritt pro Auto. Wenn man als Einzelperson in solch ein Nationalpark läuft, sind es 15 Dollar. Somit ist man fast schon genötigt mit dem Auto zu gehen. Als Alternative gäbe es noch den Jahrespass für 80 Dollar. Leider ist mir das zu spät aufgefallen und somit haben wir die Nationalparks noch zusätzlich finanziert. Irgendwie muss ja die Kriegsmaschinerie in gang gehalten werden.

Im Park selber haben wir unser Auto abgestellt und sind mit den Bussen herumgefahren, welche in regelmässigen Abständen fuhren. Es ist ein grosser Canyon, welchen man auf einer Länge von ca. 15km abfahren/laufen kann. Die Aussicht ist spektakulär und vor allem weitläufig. Hinter jedem Felsvorsprung ist wieder eine andere Aussicht. Conny hat sich gegen Mittag noch entschieden in den Canyon runterzulaufen. Für mich war es da schon wieder zu heiss und ich hatte keine Lust in der Hitze und bei Sonneneinstrahlung runterzulaufen. Somit verabredeten wir uns auf 17 Uhr wieder oben beim Haupteingang. Wir beschlossen noch ein wenig zu fahren, so dass wir nicht alles morgen bis nach Las Vegas fahren mussten. Gegessen haben wir in einem super Restaurant an der Route 66. Es gab gute Spare Rips für beide. Geschlafen haben wir wieder in einem Motel, was wieder von Indern geführt wurde und wieder um die 60 Dollar inkl. Frühstück gekostet hat. 

Nach einer erholsamen Nacht machten wir uns in der Rezeption übers Frühstücksbuffet her. Es war wieder die gleiche Qualität wie immer. Aber die Inhaber waren extrem freundlich und zuvorkommend. So schmeckte der Kaffee gleich viel besser, da viel es auch gar nicht auf, das der Toaster kaputt war und das es nur zwei kleine Tische hatte für 5 Parteien. Es hatte denn Vorteil, dass man automatisch ins Gespräch kam mit den anderen. So haben wir unseren Eintritt vom Vortag einem chinesischen Pärchen gegeben, welches aus der Nähe von Shanghai kam. Zuerst konnte er es gar nicht glauben, dass er etwas gratis bekommt und ich ihm einen Gefallen machen will. Das Ticket für die Parks ist immer 3 Tage gültig und nicht ans Auto gebunden. Somit konnte ich einem Chinesen eine unglaubliche Freude machen, wofür er sich x-mal bedankte und es kaum glauben konnte. Conny wollte natürlich wieder das ich Profit draus schlage und noch 10 oder 20 Dollar verlange. Da ich als Gastronom Non-Profit orientiert bin, habe ich ihr es erklärt, dass das unserem Karma gutgeschrieben wird und bei einem Chinesen gibt es doppelte Punktzahl.

Auf dem Weg nach Las Vegas machten wir noch einen kurzen Stopp beim Hoover Dam. Er sieht einiges wenig spektakulärer aus als auf den Fotos. Eventuell liegt das auch an der kargen langweiligen Umgebung. Jedenfalls war es so heiss, dass wir auch nur einmal rübergingen und gleich auch wieder zurück ins klimatisierte Auto.  Da es gekracht hatte auf dem Weg nach Las Vegas mussten wir eine Strasse durch den Nationalpark nehmen, was uns wieder 30 Dollar kostete. Auch der Einwand, dass wir nur Umfahren zählte nicht. Knapp vor 17 Uhr erreichten wir unser Hotel, zwei Seitenstrassen vom Strip entfernt. Conny breitete sich im Zimmer aus und ich machte mich auf zum Flughafen um das Auto zurückzugeben. Die Rückgabe vom Auto verlief eigentlich relativ problemlos. Nachdem ich vom Herr zum Büro geschickt wurde, weil das System das Auto nicht zurücknehmen konnte, fluchte der Herr im Büro über seine Kollegen in San Francisco, welche mir so einen komplett falschen Vertrag gegeben haben. Aber er entschuldigte sich für die Unannehmlichkeiten und somit war das auch abgeschlossen.

Las Vegas ist Las Vegas, jeder der schon dort gewesen ist, weiss von was ich rede. Viele Lichter, grosses Entertainment und so überhaupt nicht Amerika wie sonst aber irgendwie eben doch. Es kann überall Alkohol konsumiert werden und seit neustem sogar Cannabis. Die Casinos sind innen überall in etwa gleich: viel geblinke und lärm. Ich war im Paradies angekommen. Nicht nur, da man gratis Alkohol trinken konnte während dem Game, sondern auch das ich Gamen konnte! Am ersten Abend aber hielten wir uns vornehm zurück und schauten uns überall um. Wir buchten noch zwei Shows, einmal die Blue Man Group und natürlich die obligate David Coperfield Show. In Las Vegas hat man auch den Vorteil gut zu essen, was wahrscheinlich an der Westküste relativ einmalig ist in dieser Fülle.

 

Die beiden Tage in Las Vegas verbrachten wir mit Gamen, einkaufen, Wäsche waschen, Trinken und Essen. Natürlich sahen wir auch noch die beiden Shows, welche wirklich sehenswert sind. Es ist eine Crazy Stadt, die es versteht wie man das Geld denn Kunden aus der Tasche ziehen kann. Wir verspielten zusammen knapp 300 Dollar und so wurde auch nichts aus einem Jahr mehr Ferien. Aber egal, wir hätten auch mehr verlieren können. Aber irgendwie machte es mich auch nicht wirklich an zu Gamen. Lag wohl auch daran, dass ich das Geld nicht vorig hatte. Somit waren wir auch ganz froh nach 3 Tagen wieder weiter zu gehen. Sprich auf Richtung Süden in das kalte Wetter…;-)