Abseits der Badestrände

 

Die Fahrt nach Chiang Mai am nächsten Morgen bewältigten wir mit dem Greenbus in fünf Stunden. Greenbus ist quasi das was Flixbus in Europa ist für Thailand. Es kann aber zusätzlich zur Fahrt auch zwischen 3 verschiedenen Klassen gewählt werden. Die VIP-Klasse ist quasi Business im Flugzeug (natürlich habe ich auch das gewählt... bin ja kein Backpaker sondern nur Arbeitslos!) Angekommen musste zuerst ein Hotel gesucht werden, welches dann aber wieder preislich im Rahmen lag. Das Geld vom Bus musste wieder eingespart werden! Zuerst wurde wieder auf Booking geschaut und dann auf dem Weg zum ausgewählten Hotel machten wir noch einen Abstecher in ein Guesthouse, in welchem wir dann auch blieben. Wie sich im Nachhinein rausstellte, war es von 1500 Hotels die Nummer 5. Und für 11 Franken eine super Unterkunft. Am Abend kam dann auch der andere Teil der Gruppe, welcher uns an der Grenze verlaasen hatte, wieder in die Stadt und quartierte sich auch glich im selben Hotel ein.


Chinag Mai hat mir so sehr gefallen, dass ich 7 Nächte da verbracht habe. Am 29. November ist dann auch Conny wieder zu mir gestossen. Die City selber hat wenig zu bieten, bis auf ein paar Tempel und wenige Überbleibsel der Stadtmauer. Am Abend ist es aber dann sehr schön durch die verschiedenen Night Markets zu schlendern. Sehr empfehlenswert sind diese beiden Markets: Saturday Night Market, wie der Name schon sagt nur Samstagabend. Sehr überlaufen, man findet aber sehr viel Einzigartiges zum Kaufen und natürlich zum Essen. Die Auswahl ist wohl das Grösste, was wir gesehen haben. Auch die Preise sind Verhandlungssache und eher günstig. Wers lieber ein wenig westlicher mag, ist am Ploen Ruedee Night Market gut aufgehoben. Dies ist vergleichbar mit einem Streetfood Festival in Zürich. Die Preise sind hier doppelt so hoch wie sonst in den Night Markets, also durchaus Okay. Was eher zu Buche schlägt ist das teure Bier für 150 Bath! Aber es gibt jeden Abend gute Livebands. Fortbewegt haben wir uns entweder zu Fuss und wenn es zu heiss wurde bestellten wir ein UBER, was es erst seit 2 Wochen gibt. Hier sind die Preise unschlagbar. Für eine 20 Minütige Fahrt werden ca. 80 Bath berechnet. Ein weiteres Highlight ist das Bangkok Hospital Chiang Mai. Dies ist zum verwechseln ähnlich mit einem 5*-Hotel und der Service ist auch entsprechend. Da mir der Fuss immer noch sehr weh tat nach 5 Tagen, entschied ich mich es mal röntgen zu lassen. Quintessenz: nur der kleine Zehen gebrochen... aber da ist nichts zu machen der heilt von alleine wieder zusammen, einfach nicht unbedingt Tennisspielen die nächste Zeit. (echt schade!) Was mich aber eher überraschte war der Preis: für 2 Röntgenbilder, das ganze Aufnahmeprozedere und die Konsultation mit dem Arzt wurden mir CHF 30 in Rechnung gestellt. Ein echtes Schnäppchen, da lohnt es sich schon rein für den Service im Alltag ein wenig unvorsichtiger zu sein! Begeistert vom Spital hat sich dann Conny auch noch nachbehandeln lassen betreffend der Herz-OP, damit sie das "Okay" bekommt fürs Tauchen. Auch hier war der Preis sehr fair. Normalerweise graut es mich ja als Schweizer wenn ein Spital mit dem Slogan International Standard wirbt... aber hier würde ich sogar behaupten höher als Schweizer Standard. Wer also ein Südostasien-Urlaub plant mit Unfall oder Krankheit: Die Bangkok Hospitalgruppe ist mit 35 Spitälern in ganz Südostasien vertreten und kann wärmstens empfohlen werden. 

Ein weiteres Must See in Chiang Mai ist ein Thaikampf, welcher durchaus unterhaltend ist. Am Anfang fängt es relativ harmlos an mit Anfängern, welche sich noch nicht gross getrauen sein Gegenüber K.O. zu schlagen. Dies ändert sich aber je später der Abend wird und es wird was fürs Geld geboten. Ich habe solch ein Kampf zweimal besucht und kann es empfehlen. Dies kann auch sonst wo geschaut werden. Bangkok ist hier sicher die erste Adresse. Aber Chiang Mai reicht auch. Vollständigkeitshalber sei noch der Zoo erwähnt, welcher bei genügend Zeit besucht werden kann. Dieser hat neben wirklich schönen Gehegen mit vielfältigem Tierangebot auch ein USP was ich sonst von den Chinesen erwartet hätte: Einen "drive through". Richtig gelesen: ein ZOO, der mit dem Auto erkundet werden kann. Sie haben damit auch einen Nerv der Zeit erkannt, da ausschliesslich Thailänder mit dem Auto/Töff rumfuhren.... alle Touristen gingen zu Fuss. Natürlich dürfen da die Augen nicht nur auf die Tiere gerichtet sein, sondern auch auf die Strasse. Für einen Besuch empfehlen wir daher einen grossen Pick-Up zu mieten und mit dem den Zoo erkunden... es vermittelt ein Gefühl von Safari in Südafrika, wenn nur das störende Fussvolk nicht wäre!


Touren haben wir natürlich auch gemacht. Fast alle Touren sind im gleichen Tal angesiedelt, ca. 1 Stunde nördlich von Chiang Mai.  Somit machten wir uns jeden Morgen auf ins gleiche Tal. Als erste Tour machten wir eine Rafting Fahrt auf dem Fluss. Diese sah im ersten Moment eher locker aus und da nicht Regenzeit war, auch eher langsam. Abenteuerlich wurde es dennoch, da unser Team im Boot nicht sonderlich gut harmonierte. Dies hatte zur Folge, das nicht alle Kommandos des Guides effektiv umgesetzt wurden. Zuerst blieben wir auf einem Fels mitten in der Abfahrt stecken, worauf der Guide aussteigen musste um das Boot freizukriegen. Nach dieser Aktion war er schon ein wenig gestresst und man sah es in seinen Augen, dass es nicht besser wird. Und keine paar Minuten später verstopften wir mit unserem Boot quer eine Abfahrt zwischen zwei Felsvorsprüngen. Hier wusste auch der Guide für ein paar Sekunden nicht weiter, da alle langsam Angst kriegten und das Boot zu kentern schien! Mühsam versuchte er uns auf die eine Seite des Boots zu kommandieren, worauf das Boot dann tatsächlich kenterte und alle nach unten spülte! Es war extrem, mit welcher Kraft wir nach unten gezogen wurden. Es wurde mir bewusst wie wichtig Rettungswesten sind. Ohne diese hätte es uns beim Wasserfall nach unten gedrückt und es wäre schwierig geworden aus eigener Kraft wieder rauf zu kommen. Das andere Problem war die Gefahr kopfvoran gegen einen Felsen zu prallen! Somit versuchte ich, immer noch unter Wasser die Füsse gegen vorne zu halten. Glück im Unglück hatten wir alle, ausser ein paar geprellten Knien haben wir es überlebt und der Guide fluchte innerlich vor sich hin mit einem gezwungenen Lächeln auf den Lippen. So einen harten Arbeitstag hatte er wohl länger nicht mehr.

 

Weit weniger gefährlich ist die Hauptattraktion von Chiang Mai: Die Elefanten. Überall können Elefantentouren gebucht werden. Es gibt zwei Arten von Touren: Die eine, auf welcher man auf den Elefanten reiten kann und die andere, auf welcher man die Elefanten füttern und baden kann. Kurz gesagt entweder man scheisst auf das Wohl der Tiere und man reitet sie oder eben man pflegt sie. Es gibt nur diese zwei Varianten! Da wir das Reiten schon von Vietnam kannten, entschieden wir uns für das Wohl der Tiere, um unser Karma ein wenig aufzubessern. Wir waren alleine auf der Tour und hatten somit fünf Elefanten für uns. Zuerst mussten wir unsere Kleidung wechseln, damit diese nicht dreckig und nass wurde. Danach konnten wir die Elefanten mit Bambus füttern, welches wir vorher in kurze Stücke schlugen. Es war eine Mutterkuh (sagt man Mutterkuh?) mit ihrem 8 Monate alten Kind. Später gingen wir mit zwei anderen Elefanten in Richtung Fluss, um sie zu baden. Wir wurden begleitet von unserem Guide und den zwei Elefanten-Trainern oder besser gesagt Vertrauten. Sie dirigierten die Elefanten nur mit Kommandos und nicht mit Stöcken oder sonst was. Ob sie es nun besser haben als andere ist für mich als Nicht-Zoologe schwierig zu sagen. Jedenfalls schienen sie nicht den Eindruck zu machen unglücklich zu sein. Dies waren aber die Elefanten in Vietnam auch nicht. Naja nichts destotrotz mochten die Elefanten nicht lange im Wasser bleiben und gingen somit bald wieder zurück zu ihrer Unterkunft. Es war ein sehr eindrücklicher Nachmittag mit den Elefanten. Wann kann man den Tieren schon so nah sein und sie füttern. Ob jetzt Variante A oder B gewählt wird, ist kein grosser Unterschied. Grundsätzlich haben es die Elefanten gut. Ich denke ein Grün – Curry mit Chicken ist moralisch/tierisch verwerflicher. Einen Tag zuvor haben wir zudem noch eine Frau kennengelernt, welche auch auf Weltreise ist mit 1000 Euro Budget / Monat. Diese buchte für 500 Euro (!!!) ein dreitägiges Elefantencamp, in welchem sie einen Elefanten pflegen und hegen konnte nur für sich alleine. Dies war selbst uns zu viel, wo unser Budget doch ein wenig höher ist. 


Die Dschungel Trekking Tour ist auch etwas, was man machen kann, aber nicht muss. Für uns ging es entweder zu steil nach oben oder zu steil nach unten - gemütliches Wandern war es nicht. Aber eben es war ein Trekking und nicht ein Spaziergang. Was aber eine willkommene Abwechslung war, war das Baden im Fluss / Wasserfall, da man schwitzte wie eine Sau und die Moskitos einem auffrassen. Viel gesehen ausser einer Spinne und einem angeketteten Affen gab es nicht, landschaftlich hat es sich aber dennoch gelohnt so abseits der Touristenpfade zu sein. 

Eine weitere grosse Attraktion ist das Ziplining. Das ist eine Art Seilpark, nur mit dem Unterschied das man sich von Ort zu Ort seilt. Das haben wir aber dann aus finanziellen Gründen nicht gemacht, da es 80 CHF pro Person etwa kostete und ich nicht der Fan von grosser Höhe bin.

Am zweitletzten Tag sind wir dann noch nach Chiang Rai gefahren, da unser Flug von dort nach Phuket ging. Chiang Rai ist die kleine Ausgabe von Chiang Mai, und es reicht eigentlich einen Tag um sich all die Sehenswürdigkeiten anzusehen. Hier haben sind vor allem zwei Dinge sehenswert: "Das schwarze Haus", welches von einem thailändischen Künstler errichtet wurde. Quasi das pendant zu H.R. Giger in der Schweiz. Ein wenig von der dunklen Seite angetan und abstrakte Kreaturen. Das zweite ist das Gegenstück, der Weisse Tempel. Hierfür einfach die Fotos unten anschauen. Mehr gibt's dazu nicht zu sagen. Kleiner Sehenswürdigkeiten waren noch der goldene Clocktower und der grosse Singha.

Am Abend des 8. Dezember ging es dann auch schon wieder auf zum Flughafen Richtung Phuket wo die Eltern von Conny  waren und nicht wussten das wir auch noch kommen...;-)