Laos -  same-same but different

Am 21. November ging es mit dem Flieger weiter nach Laos. Zuerst war der Plan mit dem Bus nach Vientiane zu gehen und da weiter Richtung Luang Prabang. Aber viele Reisende die wir getroffen haben rieten von Vientiane ab da es nichts Sehenswertes hat. Somit machte ich mich direkt auf nach Luang Prabang (dessen Name ich bis heute nicht aussprechen kann). Als Schweizer hat man den Vorteil, dass kein Visum benötigt wird. Somit spart man sich am Zoll die 35 Dollar. Vor dem Flughafen muss man dann gleich gezwungenermassen ein überteuertes Taxi nehmen (CHF 5.00!) um in die Stadt zu kommen welche ca. 5 Tuk-Tuk-Minuten entfernt ist. Shuttle Bus oder ÖV Fehlanzeige. Auch die Währung (KIP) ist sehr verwirrend, da man die Noten weder farblich noch grössenhalber auseinanderhalten kann. Zudem sind sie nur an einer Stelle mit dem Wert gekennzeichnet. So sieht der 20000 Kip Schein quasi gleich aus wie der 50000 Kip Schein.

Das Dorf selber ist schön gemacht und erinnert ein wenig an Hoi An. Es ist sehr gepflegt und gemütlich. Eigentlich schon fast westlich. Was sicher auch westlich ist sind die Preise. Ausflüge waren daher nur beschränkt buchbar mit solch einem Budget wie meinem. Einen Tagesausflug kostete schnell 60-80 Dollar und für 2-3 Tage entsprechend das doppelte oder dreifache. Handeln ging auch nicht da wurde nur müde Abgewinkt mit dem Verweis man solle es doch Nebenan versuchen, wo es natürlich auch nichts zu handeln gab. Eine derart gute Absprache unter Touranbietern habe ich noch nie gesehen. Dies ist wahrscheinlich vor allem in Luang Prabang so da es der touristische Hotspot ist. In anderen Provinzen ist es anscheinend günstiger, wenn immer noch sehr teuer im Vergleich zum Lohnniveau. Was dagegen sehr preiswert ist sind die Hotels. Für 10 Dollar gibt es schon schöne Zimmer mit eigenem Bad. Hier muss einfach vor Ort direkt gebucht werden und ja nicht über eine Buchungsplattform. Bei einer Buchungsplattform muss jeden Tag noch 10 Dollar extra gezahlt werden an Tourismusabgaben. Keine Ahnung warum das so ist. Das Essen ist preislich auf dem Niveau von Thailand und sehr lecker. Hier ist der Markt am Abend mit den verschiedenen Essständen sehr zu empfehlen und vor allem schmackhaft.

Als Tour habe ich somit nur eine Fahrt mit dem Boot zu den Caves weiter nördlich und zu den Wasserfällen gebucht. Die Caves sind kein Besuch wert, ausser verstaubte Buddha Statuen in einer kleinen Höhle interessieren einem. Der Nachmittag mit den Wasserfällen von Kuang Si war dafür ein Highlite! Nach der Enttäuschung vom Morgen konnte es aber auch nur bergauf gehen. Die Wasserfälle schauen von unten schon sehr künstlich und kitschig aus und von oben ist es wie in einem Paradies in einer anderen Welt. Einfach die Bilder anschauen, mehr brauche ich dazu nicht zu sagen.

 

Eines Abends, als ich Essen gehen wollte, hat es mich im Hotel hart auf die Fresse gehauen. Die letzte Stufe der Treppe runter war 1½ x höher als die vorhergehenden. Somit landete ich am Boden und der rechte Fuss tat höllisch weh. Egal, nach kurzer Verweildauer auf dem Boden in der Embryostellung gings dan humpelnd ins Dorf zum Essen (Fortsetzung Fuss in Chiang Mai). Ab 21 Uhr verbrachte man die Zeit in der Utopia Bar wo sich gefühlt alle Backpacker versammelten. Es ist ein schöner Platz zum etwas trinken, Volleyball zu spielen und mit Leuten in Kontakt zu kommen. Gegen 23 Uhr machte dann alles dicht bis auf eine Bowlingbahn welche etwas ausserhalb lag. Somit ging die Party dort weiter bei Bier, Musik und eben Bowling spielen. Etwas abgefuckt, aber für 1-2x ganz okay vor allem wenn man alleine Unterwegs ist.

 

Da ich weiter musste in den Norden von Thailand standen zwei Optionen offen. Entweder per Bus oder per Slow Boat. Der Bus dauerte ca. 18 Stunden bis nach Chiang Mai. Somit entschied ich mich fürs Slowboat, welches zwei Tage brauchte bis Ban Houayxay der Grenze zu Thailand. Der Erste Tag war eher mühsam, da das Boot klein war und vor allem voll bis fast auf den letzten Platz. Neun Stunden dauerte die Fahrt flussaufwärts auf dem Mekong. Landschaftlich sehr schön und vor allem auch sehr heiss. Zum Glück hatte ich keinen „Fensterplatz“. Gegen 18 Uhr trafen wir in Pak Beng ein und wurden am Pier von verschiedenen Hotelbetreibern in Empfang genommen. Auf dem Boot waren neben mir noch drei andere Schweizer und somit machten wir gleich eine Sammelbuchung und teilten uns auf die Zimmer auf. Es war eine willkommene Abwechslung mal wieder schweizerdeutsch reden zu können und nicht immer Englisch. Pak Beng ist auch nur ein Ort für eine Nacht und ganz auf die Slowboattouristen ausgerichtet.

Der nächste Tag auf dem Boot war dann schon viel erholsamer. Es war grösser und auch nicht mehr so voll. Somit hatten wir genug Platz um uns breit zu machen und Karten zu spielen. In der Grenzstadt angekommen machten wir uns zu fünft gleich auf zur Grenze um noch nach Thailand zu kommen, da ab 18 Uhr dicht gemacht wird. HIer ist auch wieder eine ganze Dienstleistungskette in Anspruch zu nehmen bis mans nach Thailand schafft: 1: Tuk Tuk vom Pier zur Grenze, 2: Zwei Stutz für Grenzbeamten, da es nach 17 Uhr war, 3: Busticket kaufen um über die Brücke nach Thailand zu kommen, 3: Thailändische Grenzbeamte arbeiten noch ohne Zuschlag nach 17 Uhr, 4: Shuttlebus-Ticket kaufen für ins Dorf... Vor ein paar Jahren als die Brücke noch nicht gebaut war, konnte man bequem mit dem Boot vom Dorf auf Laotischer Seite zum Dorf auf Thailändischer Seite... Jobwunder Südostasien. In Thailand angekommen ging ein Teil der Gruppe noch nach Chiang Rai und Charterten ein Bus für 2000 Bath. Ich und eine Schweizer Mitreisende entschieden uns in Chiang Kohng zu bleiben für die Nacht und erst am Morgen weiter nach Chiang Mai zu gehen. Die Grenzstädte auf beiden Seiten sind nur als einmalige Übernachtung zu sehen. Sonst gibt es dort nichts was sich zu besuchen lohnt. Im Nachhinein habe ich dann erfahren, dass diese Slowboat-Tour zwingend zu einer Laosreise dazugehört, einfach in umgekehrter Richtung. Wer dies also machen möchte macht dies auch am besten in umgekehrter Richtung, sprich von Chiang Mai/Rai nach Luang Prabang. Der Preis ist, oh Wunder, einiges günstiger wenn es von Thailand ausgebucht wird anstelle von Luang Prabang. Es kostet mit Transfer und Übernachtung von Chiang Mai aus zwischen 2000-2800 Bath (58 - 70 CHF). je nach Anbieter. Ob Laos eine Reise wert ist sei dahingestellt. Ich habe nur Luang Prabeng gesehen was nicht wirklich repräsentativ ist für Laos. Allgemein habe ich langsam auch begriffen was der Satz "same-same but different" bedeutet: Egal ob du in Vietnam, Laos, Thailand oder Kambodscha rumreist, dass einzige was ändert sind die Währung, die Sprache, der Infrastrukturausbau und die Schriftzeichen, sonst ist es überall gleich. Buddhistische Tempel bilden die Hauptattraktionen neben diversen Camps für Elefanten und ein Dschungel in Vietnam unterscheidet sich auch nicht von einem Dschungel in Thailand für den ungelernten Botaniker. Die Mentalitäten sind je nach touristischer Intensität freundlicher oder eben weniger freundlicher. Grundsätzlich sind aber alle Länder sehr gastfreundlich, was wohl neben dem Preis der Hauptgrund für die vielen Touristen ist! Jetzt werden alle Südostasienkenner aufschreien, dass das so nicht stimmt. Dies kann durchaus sein, aber nach zwei Monaten China, Tibet und Nordkorea würdet ihr wohl gleich denken...;-))