Singapur- wie London, nur schöner ;-)

 

Nach einem kurzen Flug sind wir gegen Mittag gut in Singapur gelandet. Am Flughafen waren wir dann auch schon überrascht von der vielgehörten Sauberkeit der Singapurianer (schreibt man das so?!). Am Zoll gab es keine Probleme und nach kurzer Zeit waren wir schon im UBER-Taxi Richtung Hotel. Singapur war die erste grössere Herausforderung aus finanzieller Sicht. Hier konnten wir schon mal im „Hardcore – Preis – Umfeld“ üben, wie wir mit möglichst wenig Geld viel erleben können. Da wir aber auch keine armen Backpacker sind, entschieden wir uns für das Fragrance Riverside Hotel an zentralster Lage. Es ist eines dieser Hotels wo du bequem Duschen kannst und gleichzeitig auf dem WC sitzt. Das Zimmer war ca. 8 Quadratmeter gross, also nicht sehr geräumig, aber dafür sauber und modern. Der Preis mit 65.—CHF / Nacht dennoch sehr fair wenn nicht sogar günstig. Alle Hostels mit Mehrbettzimmern wären teurer gewesen. Für zukünftige Besucher, welche nicht über das gegebene Budget für Singapur verfügen, ist dieses Hotel perfekt. Nach kurzem einrichten im Zimmer machten wir uns auf die Stadt erkunden. Schnell bemerkten wir, dass das mit der U-Bahn am bequemsten und schnellsten geht. Das U-Bahn Netz ist sehr gut ausgebaut und die Züge auch zur Stosszeit nicht überfüllt. Der Preis ist auch unschlagbar günstig und somit erübrigt sich das Taxifahren, obwohl die Strassen im Vergleich zum übrigen Asien oder Europa leer sind. Irgendwie haben wir Singapur schon in unser Herz geschlossen bevor wir es richtig gesehen haben, jedenfalls bevor ich die Bierpreise gesehen habe!

 

Wir planten 5 Nächte in Singapur, was uns ein stressfreies Sightseeing ermöglichte. Natürlich würden 3 Nächte auch reichen um das Wichtigste zu sehen, aber wenn man erst um 10 Uhr aufsteht und um 12 Uhr in der U-Bahn ist, ist der halbe Tag schon um. Wir empfanden Singapur als Disneyland mit vielen Attraktionen. Es ist wie ein Paradies (abgesehen vom Alkoholpreis) inmitten des asiatischen Durcheinander. Die Strassen sind sauber und auch gut gebaut. Es hat nicht irgendwelche offenen Schächte, in welche man runterfällt oder Löcher auf dem Gehsteig etc. Es ist gepflegt und sauber. Wenn man bedenkt, dass die Mehrheit Chinesen sind, ist das umso erstaunlicher, da wir die anders kennengelernt haben. Es hat auch viele Grünflächen in der Stadt, was es umso attraktiver macht. Ich fühlte mich wie in London oder besser gesagt in einer sauberen Version von London.

 

Als Highlight können folgende Attraktionen empfohlen werden: generell die Skyline, Gardens by the Bay, Sea World, ZOO, die One-Altitude Bar, das Marina Bay Sands Hotel und das dazugehörende Shoppingcenter. Am besten hat uns nebst der Skyline der Garden by the Bay gefallen. Dies sind zwei ZH-Masoalahallen, einfach in umgekehrter Richtung. Es wird runtergekühlt, so dass man irgendwann kalt hat. In der einen Halle sind Pflanzen nach Kontinenten angebaut. Von Olivenbaum bis zum Kaktus ist vieles vorhanden. In der anderen Halle ist ein Nebelwald / Regenwald nachgebildet mit Informationen über die Umwelt und der Zerstörung dir wir damit betreiben. Speziell dies fand ich noch sehr interessant, dass der Besucher auf solch ein Thema sensibilisiert wird. Alles in allem eine grosse Sehenswürdigkeit. Da wir um die Vorweihnachtszeit in Singapur waren, war auch alles auf dieses Thema getrimmt. Überall wurden Weihnachtslieder abgespielt bis zum geht nicht mehr. Im Garden by the Bay war sogar noch ein Weihnachtsmarkt aufgestellt, ähnlich dem Zürcher Bellevueplatz, einfach nicht so stimmungsvoll. Aber das mit der Stimmung und Weihnachten ist eh so eine Sache. Wenn man 35 Grad hat, kommt für mich einfach keine Weihnachtsstimmung auf. Conny hingegen hat es sehr gefallen, sie mag ja auch die Wärme. Insgesamt haben wir es sehr genossen! V.a. auch im Einkaufszentrum, da es schön runtergekühlt war und wir ein ähnliches Weihnachtsfeeling wie zuhause im Glattzentrum um diese Zeit hatten. Das Hobby allgemein in Singapur scheint Shoppen zu sein. Überall sind Shoppingcenter und Einkaufmöglichkeiten. Die Leute halten sich nicht unbedingt im Freien auf, sondern eher in einem dieser Spasstempel, ähnlich wie in Dubai, nur mit dem Unterschied das es nicht so heiss ist.

 

Ein weiterer Höhepunkt war der Zoo, welcher weiter nördlich liegt. Dies war mein vierter Zoo seit ich auf Reisen bin und gleichzeitig wohl auch die Krönung. Der Zoo ist ähnlich aufgebaut wie der Zoo ZH, einfach grösser und mit Tieren, die ich bis dahin noch nicht gesehen habe. Es lohnt sich also nicht nur für Kinder dorthin zu gehen. Wenn wir schon bei den Tieren sind, gehört das Aquarium auf Sarosa Island auch dazu. Ein grosses Seaworld mit vielen Fischen und sonstigen Unterwassergetieren. Auch das lohnt sich sehr, da es sehr gut aufgebaut und informativ gestaltet ist.  Was nicht unbedingt zu den Höhepunkten gezählt werden kann ist die Besichtigung der Tigerbrauerei. Wir beide haben noch nie so eine langweilige Führung durch eine Brauerei gehabt. Okay, hat man eine Brauerei gesehen hat man alle gesehen (ausser Guinness). Es ist wohl auch dem Guide geschuldet, der selber sagt, dass das Tigerbier nicht gut ist und er das Heineken bevorzugt. Auch auf die Frage von Conny, wie viele Mitarbeiter in dem Werk arbeiten kam die Antwort: dies ist geheim…. Uhhhh was für ein Geheimnis. Aber die Führung hat sich dennoch ausgezahlt, da nach der Führung 1 Stunde lang so viel Bier getrunken werden konnte wie man wollte/konnte! Sowas lass ich mir nicht zweimal sagen in Singapur! Am gleichen Abend gingen wir noch auf eine Pubcrawltour mit. Diese Touren gibt es in jeder Stadt und sind ideal, um das Nachtleben kennenzulernen und auch andere Leute zu treffen. Aber eben wenn kein Nachtleben vorhanden ist, ist die Pubtour quasi überflüssig und somit war das auch eher ein Reinfall. Wir wurden von einer leeren Bar zur anderen geführt. Am Schluss landeten wir in einem leeren Club und somit entscheiden wir uns um 1 Uhr morgens zurück ins Hotel zu gehen. Es gibt durchaus gute Clubs in Singapur um Party zu machen, aber diese sind halt für uns momentan zu teuer. Ein Bier kostet schnell mal 12 CHF. Auch hat es sehr wenig junge Touristen / Backpacker in Singapur, was auch das Nachtleben beeinflusst. Aber wir sind ja nicht hier zum Party machen, somit hat es uns auch nicht weiter gestört. Beim Essen hat es mich schon eher gestört. Es gibt sehr viele schöne Restaurants, in welche wir gerne gegangen wären, aber die schlichtweg zu teuer waren. Auch hier mussten wir uns mit wenig zufrieden geben, da ein Nachtessen in einem mittleren Restaurant schnell mal 200 CHF gekostet hätte. Aber schlussendlich war es halb so schlimm, das Wichtigste haben wir gesehen und ich werde sicher mal mit mehr Geld zurückkehren und die kulinarische Seite entdecken.

 

Wie immer mussten wir die Weiterreise planen, was sich als sehr kompliziert herausstellte. Nach Singapur wollten wir auf die Philippinen und erst danach nach Neuseeland. Somit musste noch ein Flug gebucht werden. Eines schönen Morgens, als Conny noch schlief, buchte ich gleich 3 Flüge nach Cebu, da es mit der Internetverbindung Probleme gab. Zweimal stockte es, als ich auf "endgültig Buchen" drückte und einmal gelang es. Danach kamen aber 3 E-Mails mit 2 Bestätigungen der Flüge und einer Anfrage, dass die Verfügbarkeit erst abgeklärt werden müsste. Scheisse, da war ich zu ungeduldig. Wenn wir Pech haben werden alle drei Flüge berechnet und bei etwas Glück nur zwei. Auf der Kreditkartenabrechnung waren jedenfalls „nur“ zwei Flüge abgebucht. Mhhhh wo kann man sich da hin melden. Natürlich gibt es keine E-Mail bei den Flugbuchungsportalen und Telefonnummern funktionieren nicht, oder keiner nimmt ab. Auf einem Kontaktformular schilderte ich dann meinen Fall wie es gelaufen ist und hoffte auf Kulanz ohne gross Hoffnungen zu haben. Am Tag vor der Abreise bekam ich dann die E-Mail, dass meine Flugbuchung gecancelt wurde und auch auf der Kreditkartenabrechnung wurde der zu viel gebucht Flug wieder gutgeschrieben. Phu, nochmals Glück gehabt! Keine Ahnung warum wir am Schluss nur 1x zahlen mussten, da normalerweise die Kulanz sehr gering ist, und der Fehler eindeutig bei mir lag.

Der Flug ging um 13.40 Uhr Richtung Cebu. Da wir genug Zeit hatten, entscheiden wir uns mit der U-Bahn zum Flughafen zu gehen. Um ca. 11 Uhr machten wir uns auf, mit der Hoffnung noch genug Zeit zu haben um Frühstücken zu können. Auf der Fahrt zum Flughafen, welche aussergewöhnlich lange dauerte (über eine Stunde) im Vergleich zum Taxi, welches nur 20 Minuten brauchte wurden wir schon langsam nervös. Conny sagte noch, sie habe ein ungutes Gefühl. Ich redete uns ein, dass 90 Minuten vor Abflug mehr als genug sind. 90 Minuten vor Abflug fanden wir uns auch am Check-In ein und zeigten sorglos unsere Pässe am Schalter. Irgendwann fragte uns die Dame am Counter, mit welchem Flug wir wieder aus den Philippinen reisen. SCHEISSE, das habe ich vergessen. Für die Philippinen braucht man kein Visum, sondern ein Flug, welcher wieder aus dem Land geht. Fuck, zuerst der Stress, der keiner war und jetzt das. Es war 12.10 und ich verstand, dass der Counter um 12.15 Uhr schliesst. Also musste in fünf Minuten noch ein Flug gebucht werden. Mittlerweile war ich schon sehr nervös und leicht angepisst, dass wir schon so sorglos an den Flughafen gehen ohne uns über die Länder zu informieren. Dies war die Strafe. Hastig buchten wir ein Flug für 50.-- / Person zurück nach Singapur und präsentierten die Bestätigung. Nochmals Glück gehabt. Dann der zweite Hammer: Sie haben nur 2x 15 KG Gepäck gebucht! SCHEISSE, wir sind von 20 KG ausgegangen. Bei drei Flugbuchungen kann das natürlich passieren, dass etwas schief geht bei der Gepäckauswahl. 20 Dollar wäre der Zuschlag gewesen pro KG. Somit wären wir auf 180 Dollar gekommen nur für die 9 KG, welche wir zu viel hatten (Handgepäck & Aufgabegepäck)!  Zum Glück schloss der Counter nicht um 12.15 sondern um 12.50. Also breiteten wir vor dem Counter unser ganzes Gepäck aus und sortierten neu. Da alles gewogen wurde (auch Handgepäck), blieb uns nur Abfalleimer oder Anziehen übrig. Wir entschieden uns fürs Anziehen und unsere Taschen (Jacke & Hose) mit all dem Material zu füllen, was normalerweise im Koffer ist (Kleider, Ladekabel, Bücher etc.). Wir haben echt ein beklopptes Bild abgegeben vor dem Schalter! Christian im Wanderschuhen und beide mit allen warmen Kleidern:-D!  Am Schluss waren es nur noch 2 KG Übergepäck, was sie uns durchgehen liessen.  Kaum weg vom Schalter zogen wir uns wieder aus, und aus den 7 KG Handgepäck wurden schwupps 13 KG….;-) Für das Frühstück blieb dann keine Zeit mehr, wenigsten erwischten wir den Flieger ohne grösseren finanziellen Schaden. In Zukunft werden wir weniger sorglos an den Flughafen gehen... oder besser informiert!