Aktivurlaub im Süden

Am nächsten Morgen machten wir uns auf weiter Richtung Süden. Gleich nach Greymouth war das Shanti Town. Ein Nachbau von einer Goldgräbersiedlung um die Jahrhundertwende rum. Die  Region ist bekannt für den Abbau von Gold. Natürlich konnten wir uns das nicht entgehen lassen und  fanden uns zurückversetzt im Jahr 1900 wieder. Es wurde nicht nur gezeigt wie das Gold abgebaut worden ist, sondern auch wie die Lebensumstände waren. Beispielsweise wie ein Krankenhaus eingerichtet war oder wie die öffentliche Ordnung aufrechterhalten wurde, da sich viele zwielichtige Gestalten herumtrieben. Wenn man schon da durchfährt ist es einen Abstecher wert, jedenfalls für die Männer, Conny hat sich nach der Hälfte ins Café verabschiedet für einen Pie.

Kurze Zeit später fanden wir uns wieder im 2017 und gingen runter zum Franz Josef Glacier. Vor Ort haben wir uns dann nach einer Aktivität für den nächsten Tag umgeschaut. Leider waren auch hier die Preise für einen Ausflug auf die Gletscher höher als CH-Niveau und das Wetter eher mässig, weshalb wir keinen Helikopterflug für 300 CHF / Pers. buchten. So machten wir uns zu Fuss auf um den Glacier zu bestaunen, was nicht minder eindrücklich war. Ein paar Kilometer weiter ist auch noch der Fox Glacier. Unser Plan war, beim Fox Glacier eine Wanderung zu machen und danach Richtung Queenstown weiterzureisen. Doch wir fanden keine bezahlbare Unterkunft in dieser Region, alles ausgebucht oder ab 200 CHF die Nacht. Wir hatten einen weiteren Preisschock! Wir haben uns dann gezwungenermassen entschieden, nach Dunedin auszuweichen, was  600 KM entfernt war. Also hiess es mit dem Auto einmal quer durch die Südinsel um am Abend pünktlich im Hostel einchecken zu können, welches um 21 Uhr zu machte. Das hiess, wir mussten los! So blieb leider nur noch Zeit für ein kurzes Foto vom Fox Glacier (anstatt eine Wanderung). Und die Stimmung war entsprechend down. Die Fahrt war ziemlich stressig, da die Route dorthin extrem schön war und es viele Aussichtsspots  zum Halten gab um die Aussicht zu geniessen. Am Abend kamen wir aber pünktlich und erschöpft im Hostel an, wo wir für 2 Tage eincheckten. Als Belohnung gönnten wir uns einen Besuch bei McDonalds mit XXL Happymeal, da sonst nichts mehr offen hatte…

In Dunedin haben wir die grüne Halbinsel vor der Stadt besucht mit den verschiedenen Stränden und Peaks. An einem Strand sind wir sogar auf wilde Seelöwen getroffen, welche sich einen Revierkampf lieferten. Es war sehr speziell und eindrücklich, diesen bis zu 300 KG schweren Tieren so nah zu sein. Überall am Strand lagen sie herum und erholten sich oder eben kämpften. Danach ging es zur Auffangstation für Albatrosse. Dort haben wir eine Tour gebucht um diese Könige der Lüfte näher kennenzulernen. Für das, dass es nur Vögel sind, sind sie sehr beeindruckend. So werden sie bis zu 65 Jahre alt, die ersten 5 Jahre verbringen sie Nonstopp über dem Meer ohne Landberührungen, leben monogam und brüten (maximal) jedes zweite Jahr ein Küken und im Zwischenjahr erholen sie sich, weil brüten sehr anstrengend.  Auch bei den Albatrossen gibt’s Lovestorys mit lebenslangen „Ehen“ oder Dramas mit Scheidungen, diese Informationen waren sehr unterhaltsam.

Um 21 Uhr fing auch schon die nächste Führung an um die kleinsten Pinguine der Welt, die Blue Pinguins, bei der Rückkehr zu ihren Höhlen zu beobachten. Auf einem beleuchteten Steg bei Regen zwängten sich 40 Besucher um einen Blick auf die Pinguine zu erhaschen, welche sich gegen 22 Uhr vor der Küste sammelten und im Verbund von ca. 20 Tieren sich aufmachten Richtung Strand. Die Pinguine waren echt herzig und klein, etwa so gross wie eine Möwe. Conny: Christian hatte nach kurzer Zeit genug gesehen, da er kurze Hosen & keine Regenjacke (bei Regen & Kälte!) dabei hatte und ziemlich schnell fror… Mir hingegen gefiel es sehr gut und blieb bis am Schluss, ich war auch gut ausgerüstet ;-) (wer nicht hören will, muss fühlen ;-P)

Am nächsten Tag machten wir noch eine kleine Wanderung auf den „Üetliberg“ von Dunedin mit sehr schöner 360 Grad Aussicht. Danach fuhren wir wieder zurück landeinwärts Richtung Alexandria. Ein Dorf in „the middle of nowhere“, anscheinend schön zum Wandern & Velotouren.  Dort gönnten wir uns ein Luxus-Motel mit eigenem WC, Doppelbett & kleiner Küche. Natürlich hatte dies auch seinen Preis mit ca. 90 CHF die Nacht. Aber es lohnte sich, da gerade ein Craft-Beer-Festival gastierte. Das konnten wir uns nicht entgehen lassen und so genossen wir den Nachmittag bei Live-Musik, Bier, Wein und lokalem Essen (Burger). Openair Feeling pur! :-) Wir haben auch noch lustige Locals kennengelernt, die uns zu sich nach Hause eingeladen haben. Nach diesem Zwischenstopp ging es dann noch in die einzige Bar/Disco in diesem Dorf. Det steppt dä Bär! Wir haben das echt nicht erwartet, aber das war echt eine lustige Party! 

Am nächsten Morgen machten wir uns direkt auf zu den Millford Sounds. Das ist ein Top Highlight von Neuseeland. Es ist eine grosse Fjordlandschaft, welche entweder mit dem Schiff oder dem Helikopter bewundert werden kann. Da das Wetter wiedermal nicht mitspielte (nass & kalt), entschieden wir uns fürs Boot, um wenigstens was zu sehen. Die Landschaft war sehr beeindruckend und Delphine schwammen auch noch ein Stück mit dem Boot mit. Natürlich hat das Wetter einen grossen Einfluss auf die Stimmung, bei Sonnenschein wäre es natürlich noch einiges besser gewesen. Aber ja, wir können nicht alles haben, so war es doch die meiste Zeit auf unserer Seite das Wetter.  PS: Anscheinend hatte es die letzten 4 Monate auf der Südinsel von NZ nur geregnet, es war der schlechteste Sommer ever. So gesehen hatten wir insgesamt ein riesen Glück mit dem Wetter mit nur wenigen Regentagen! Mit uns kam der Sonnenschein auf die Südinsel - lucky us!!!!

Mit dem Routeburn Track stand aber schon das nächste Top Highlight vor der Tür und da spielte das Wetter mit. Dies ist sogar eine Wanderung, welche unter die Top 10 der Welt gehört. Man kann die Wanderung in 2 – 4 Tagen machen, die Kapazitäten sind natürlich begrenzt und schnell ausgebucht. Wir hatten ein riesen Glück, Conny konnte noch die zwei letzten Plätze für eine Unterkunft für den ersten Teil der Wanderung „ergattern“. Glücksgriff von Conny :-).

Die Wanderung war quasi analog zu jener in Karamea: am ersten Tag hin und am nächsten zurück. Diese Wanderung war echt eine der schönsten die wir je gemacht haben!  Jeder, der die Chance hat (und natürlich Lust) sollte dies auch machen! Es ist die abwechslungsreiche Natur und die Ausblicke, welche es zu einer Top Wanderung machen. Am Abend in der Unterkunft wurde mir aber schon ein wenig bange, da ich keinen Schlafsack dabei hatte sondern nur eine dünne Baumwollhülle. Kurz gesagt, ich habe kein einziges Auge zugetan die Nacht, weil ich mir den Arsch abgefroren habe, wie ich mir noch nie den Arsch abgefroren habe. Natürlich war mir das bewusst, aber für eine Nacht kauf ich doch nicht noch extra einen Schlafsack… aber ja die Quittung habe ich bekommen und ich habe es ja überlebt… mehr oder weniger. Dafür freute ich mich umso mehr auf Queenstown.

Conny: ich war im Gegensatz zu Christian gut ausgerüstet mit warmen Schlafsack & Kleidern und konnte auch schlafen. Christian hat mich die ganze Reise ausgelacht wegen meinem Schlafsack ausgelacht, aber es hat sich gelohnt! tja, wer nicht hören will, muss fühlen ;-) ich war am Morgen danach fit und beschloss, noch weiter zu wandern anstatt direkt zurück zu gehen, wie Christian es tat. Und das war eine sehr gute Entscheidung! Zuerst ging es über die „Passhöhe“ Harris Saddle mit einem grossen schön blauen Bergsee auf die andere Seite des Berges in ein anderes Tal mit noch mehr hohen Bergen. Dort ging es der Bergkette entlang in dieses Tal hinein Richtung Lake Mackenzie und wieder zurück. Danach bestieg ich noch den Conical Hill, wo ich am höchsten Punkt der Wanderung ankam. Ein sehr steiler Aufstieg und sehr windig. Oben angekommen, wartete eine traumhaft schöne 360 Grad Aussicht und sogar ein paar Kea Vögel. Einfach schön! Schliesslich ging es dann wieder zurück zum Hut und danach mit Rucksack ganz zurück zum Ausgangspunkt. Das waren wohl etwa 2 ½ Tageswanderungen in einem Tag, anstrengend, aber genial! Es war wunderschön, eine der schönsten Wanderungen, die ich je gemacht habe! Ich fühlte mich voller Energie und war doch stolz, dass ich das alles geschafft habe J ich werde doch noch zur Wanderin…

Queenstown ist das Flims/Laax oder Davos von Neuseeland, einfach mit dem Unterschied, dass dort das ganze Jahr Action ist. Im Winter mit Ski & Snowboard und im Sommer mit Bungeejumping, Wandern, Wassersport und Party. Echt beeindruckend was dort alles läuft, für so ein kleines Kaff, da können sich die Schweizer Touristendestinationen echt was abschneiden. Auch die Lage ist sehr schön gelegen am See. Die Innenstadt ist klein aber fein, es hat viele Bars und Restaurants neben hochpreisigen Shoppingläden. Hier fühlten wir uns wie zu Hause in den Schweizer Bergen. Wir haben  uns drei Nächte einquartiert und die Zeit genossen. Ich habe hier meinen letzten Blogeintrag geschrieben und Conny hat brauchte wieder mal einen Adrenalinkick und machte den Nevis Bungyjump (höchsten in Ozeanien) & den Swing. Natürlich haben wir auch die kulinarische Seite besser kennengelernt und ein wenig Party gemacht. Wenn es nicht so weit weg wäre, würde ich öfters hier sein, sowohl wegen der Natur, wie auch der City und dem Groove.

Nach Queenstown ging es weiter Richtung Christchurch mit einem Stopp in Wanaka, wo wir nach einem Spaziergang einer Hochzeit auf einem schönen luxuriösen Weingut beiwohnten mit einer teuer erkauften Flasche Wein, anscheinend den besten Wein von Neuseeland. Auch gab es noch einen Zwischenstopp beim Mount Cook, wo wir leider bei Regen den Gletscher begutachteten, welcher in ca. 20 Jahren nicht mehr vorhanden sein wird… auch auf der Südhalbkugel ist der Klimawandel angekommen.  

In Christchurch  schauten wir noch die Stadt ein wenig an und genossen einen letzten Einkauf im Pak`n Save mit dazugehörendem Kochen in einer chaotischen Gemeinschaftsküche der Jugendherberge, was auch wieder ein schönes Lehrbeispiel war betreffend Free Range Eggs (die, die den Blog regelmässig lesen wissen worum es geht… ;-) Christchurch hat immer noch zu kämpfen mit dem Erdbeben. Die Innenstadt wird quasi neu aufgebaut und allgemein wird überall gewerkelt. Als letzten Tagesausflug gingen wir auf die Halbinsel Aikora. Nur schon die Fahrt dorthin bietet schöne Ausblicke auf die Bucht und die Landschaft. Wir machten einen Kaffeestopp in einem kleinen verschlafenen schönen Dörfchen an der Bucht und danach wanderten wir noch zu einem Aussichtspunkt mit spektakulären 360 Grad View. Das war ein schöner Abschluss von Neuseeland! Am nächsten Tag flogen zurück nach Auckland.

 

Hier war aber unsere Reise sowieso zu Ende und wir machten uns auf, wieder getrennte Wege zu gehen. Conny hat sich ein weiteres Mal entschieden mich zu verlassen, was mich natürlich schmerzte. Aber für einen guten Zweck: Die Hochzeit von Nicole und Martin! (Du schuldest mir was Nicole!) Sie hat Nicole damit überrascht! Und die Überraschung ist geglückt J  an dieser Stelle herzlichen Dank an Martin für deine Mithilfe! Er war involviert und hat immer in geheimer Mission mit Conny geschrieben, damit alles funktioniert hat! Und wenn sie schon kurz in der Schweiz ist, feierte sie auch gleich noch den Schmudo in Luzern und besuchte die Verwandtschaft & Freunde. Ich war ihr schon ein wenig neidisch, dass sie ihre Liebsten wieder sehen konnte (inkl. meinen). Aber als Ersatz hat sich Moki geopfert mich in Australien zu besuchen, worüber ich auch sehr dankbar bin. So ist es doch schon das zweite Mal das er mich besuchen kommt auf der Weltreise. Jetzt habe ich wenigsten einen klaren Anwärter auf die Position: Best Friend Forever! Da können meine anderen Kollegen nur noch mit grosszügigen Spenden auf das Konto: CH08 0900 0000  8729 4752 5 aufschliessen. Bitte „Anwärter Best Friend“ bei Bemerkungen eintragen.