Wandern, Wandern, Wandern....

Nach einem kurzen Abstecher nach Wellington ging es mit der Fähre frühmorgens bei Regenwetter auf die Südinsel. Die Fahrt dauerte ca. 4 Stunden und ist wohl die schönste Fährverbindung die ich kenne. Auch besserte sich das Wetter je näher wir der Südinsel kamen und konnten bei strahlendem Sonnenschein durch den Fjord nach Picton einlaufen. Leider hatten wir das Zimmer schon gebucht für die Nacht, sonst wären wir gerne noch 1-2 Tage in den Marlborough Sounds geblieben. Somit ging es ab nach Motueka kurz vor dem Abel Tasman National Park. Die Fahrt ging durch eine wunderschöne Waldlandschaft auf und ab und ist für sich schon ein Erlebnis. In Nelson haben wir dann noch das Wassertaxi gebucht für die Tageswanderung im Abel Tasman Nationalpark und gingen weiter zu unserer Unterkunft.

 

Am nächsten Tag wurden wir und 100 andere Touristen auf Wassertaxis verladen und zu einem Strand im Abel Nationalpark gefahren. Auch dies ist ein Must See in Neuseeland! Von dort aus machten wir eine 35 Kilometer (!) Tageswanderung zurück zum Auto. Die Strecke verlief im Wald, an Stränden und vorbei an Bächen. Es war eine extrem schöne und abwechslungsreiche Landschaft. Baden konnte man auch, aber das Wasser ist eher kühl mit 18 Grad. Zum Wandern war es wiederum Perfekt und die Aussicht auch grandios. Wir machten immer wieder Stopp an einzelnen Stränden und gegen Mittag musste ich Conny zu ihrem Leidwesen dann langsam „Beine machen“ und leider stressen, da wir sonst nach Sonnenuntergang angekommen wären beim Auto. Auf den Wanderungen waren wir immer ein wenig im clinch, da ich eher zu schnell war und Sie immer wieder Stoppte und Fotos machen wollte. Aber sonst hatten wir es sehr gut zusammen und konnten auch mal zwei Stunden nichtssagend nebeneinander Laufen und einfach nur die Natur geniessen wie ein altes Ehepaar eben...! Sie würde jetzt an dieser Stelle entgegnen, dass wenn es nach mir ginge wir keine Fotos hätten (was teilweise stimmen mag, muss ich sagen….). Anderseits wenn es nach ihr ginge eine Wanderung immer nach 22 Uhr enden würde in der Dunkelheit! Ihr seht, auch wir haben manchmal unsere kleinen Auseinandersetzungen, aber wir finden uns immer relativ schnell wieder. Auch im Paradies kann nicht alles perfekt sein.

In Nelson verbrachten wir auch noch eine Nacht, da es gerade so schön sonnig war und wir keine Lust hatten Auto zu fahren. Nelson ist übrigens das Ascona der Schweiz mit den meisten Sonnenstunden von Neuseeland. Hier gibt es viele Weinbetriebe welche besucht werden können und auch sonst gibt es viel zu entdecken. Touren haben wir nicht so viele gemacht, da vieles Gratis auf eigene Faust gemacht werden kann und die Preise teilweise doppelt so hoch sind wie in der Schweiz für vergleichbares... was uns schlicht zu teuer ist und unser vorher erwähntes Budget sprengen würde. Mittlerweile haben wir aber unseren Dreh raus und laufen sogar unter Budget. Das zuhause Essen, günstig nächtigen und vieles auf eigene Faust machen zahlt sich aus. Dabei müssen wir auch nicht auf viel verzichten, was Neuseeland zu bieten hat. Auf der Südinsel wären wir aber manchmal schon froh gewesen einen Camper zu haben, da es so viele schöne Plätze zum Halten gegeben hätte und übernachten irgendwo in der Natur. Dies wollen wir aber unbedingt in Australien nachholen und haben uns entschieden einen Camper oder 4x4 mit Schlafmöglichkeiten zu kaufen.

Nach Nelson ging es weiter die Strasse runter Richtung Süden, genauer gesagt nach Karamea. Ein Dorf am Ende der Welt. Angekommen im AirBnB sagte man uns am Anfang der Welt und so ist es auch.  Hier machten wir eine Zweitageswanderung im Kahurangi Nationalpark. Als wir ankamen war es nebelig und es regnete. Kein Wetter zum Wandern für mich. Am Morgen schliefen wir somit aus und ich ging rüber zum i-Site (Touristenbüro), mit dem schlechten Gefühl heute nicht wandern zu können obwohl wir die Unterkunft im Hut schon gebucht und bezahlt hatten. Der nette Herr vom i-Site sagte mir aber, dass es nun perfekt ist für unsere Wanderung. Das Wetter wird nur besser meinte er… Schlechter konnte es auch nicht werden dachte ich mir. Somit packten wir hastig unsere Sachen für die Wanderung zusammen und verabschiedeten uns von unserem Host. Ich war nicht auf Regen vorbereitet und schon gar nicht für kalte Nächte mit meinem Seidenschlafsack! Aber wie er es gesagt hatte, das Wetter wurde tatsächlich besser und die Sonne liess sich blicken auf halber Strecke. Die Strecke war auch hier wiederum ein Traum vorbei an grüner Vegetation, Stränden und Wekas (irgendein brauner Vogel der aussieht wie ein Huhn). Der Hut war perfekt gelegenen am Strand auf einer grünen Wiese. Wie im Paradies. Leider haben wir keine eigenen Fotos davon, weil mein geliebtes iPhone in den Fluss gefallen ist unterwegs und einen Kurzschluss erlitten hat, von dem es sich bis heute nicht erholt hat. Dies ist übrigens mein drittes iPhone innerhalb eines Jahres, welches kaputt ging oder geklaut wurde. Somit hat sich der Schmerz auch in Grenzen gehalten... bei solch einem Verschleiss an iPhones brüht man irgendwann ab und man rechnet die 700 CHF alle 6 Monate automatisch ins Budget. Da wir sowieso auf Reisen sind und damit erhöhtes Risiko herrscht, sind 4 Monate Lebensdauer auch ganz akzeptabel für ein iPhone. Dies ist nicht ironisch gemeint, höchstens ein wenig sarkastisch… Leider! Die Fotos sind von Martin, welcher auch im Hut übernachtete und aus Luzern kommt. Danke an dieser Stelle.

Am Abend ging es noch an den Strand den Sonnenuntergang zu bestaunen. Zurück im Hut gab es noch 3 Runden Yatzli und dann war um 9 Uhr auch Bettruhe angesagt. Zum Glück konnte sich der Hut über den Tag aufwärmen und so herrschten angenehme 24 Grad im Raum und ich konnte gut schlafen in meinem Seidenschlafsack. Morgens um 8 Uhr, als alle anderen schon aufgestanden waren, standen auch wir mal auf und machten unser Frühstück parat. Der Retourweg war dann sehr gemütlich mit vielem Pausen um die Aussicht zu geniessen oder einfach mal ein Nickerchen zu machen am Strand. Das Wetter war auch wie vom Herrn im i-Site versprochen perfekt, so dass wir uns einen leichten Sonnenbrand holten. Wieder in Karamea zurück checkten wir in ein teureres Backpacker Hostel ein. Dieses Hostel hat uns bis jetzt am besten gefallen. Es verfügt über eine eigene Radiostation (sendet in ganz Karamea) und wird von einer Gruppe Kiffender Hippys betrieben. Dementsprechend ist auch die Stimmung, man fühlt sich zurückversetzt in diese Zeit. Am Abend gab es noch ein Open BBQ, wo viele aus dem Dorf zusammenkamen und gemütlich festeten. Als es Dunkel war, versammelten sich alle um das grosse Feuer und es wurde gemütlich gequatscht bei Bier und Wein. Am Abend gingen wir dann auch noch Live aus Sendung, die einten bekifft und die anderen alkoholisiert. Der Radio ist über Internet zu hören: www.rongobackpackers.com Ein echt lustiger Abend, weswegen wir gleich noch eine Nacht länger blieben. Nach dem ausschlafen am nächsten Morgen, ging es ins Oberland von Karamea die Höhlen und Arches zu entdecken welches auch eine Top Sehenswürdigkeit ist. Nach dem Abendessen machten wir uns auf an ein Livekonzert in Karmaea Downtown (534 Einwohner). Auf die Frage, ob die Polizei kontrolliert am Abend, sagte man uns es ist sicherer Auto zu fahren, da am Abend/Nacht das Risiko hoch ist von einem Alkoholisierten umgefahren zu werden. Allgemein haben wir in Neuseeland noch fast keine Polizei gesehen. Keine Kontrolle auf den Strassen oder sonstiges. Beim Konzert angekommen spielte eine sehr gute Liveband bekannte und selber gemachte Songs und dies mitten in der Pampas. Entsprechend war auch das Publikum, sehr ländlich mit Gummistiefeln, Hippys und sonstige komische Vögel, ein richtiges Erlebnis, welches Spass machte. Im Vorzelt wollte ich ein Bier holen gehen worauf mir gesagt wurde, die Auswahl beschränkt sich auf Mückenspray, Kaffee, Blaubeeren aus der Region und Kuchen. Okay, in diesem Fall gehe ich nochmals zurück ins Hostel und hole mein eigenes Bier wie es jeder andere Tat. Um 22 Uhr ging es dann weiter ins Last Resort Hotel um den Final von Federer zu schauen zusammen mit anderen Schweizern. Wie es ausging weiss ja sicher jeder und somit war um 01.30 Uhr Bettruhe.

Nun war auch der Tag gekommen um Abschied zu nehmen. Wir verliessen Karamea runter Richtung Greymouth. Auf dem Weg schauten wir noch vorbei bei einer Kolonie von Seelöwen, welche sich an der Sonne wärmten. Weiter ging es zu den Pancake Rocks. Dies sind Felsschichten, welche sich über Tausende von Jahren gebildet haben und nun von den Wellen des Meeres „gefressen“ werden. Auch einer dieser Attraktionen wo man anderswo auf der Welt viel Eintritt zahlen muss. Hier ist es gratis. Auch dies wiederum ein Must See. Natürlich ist es auch überlaufen mit Chinesen, was einem schon fast wieder denn Eindruck vermittelt in China zu sein beim Stoneforest. In Greymouth angekommen ging es zuerst mal ins Warehouse ein neues Telefon zu kaufen. Dies war relativ schnell geschehen und nach 3 Minuten hatte ich mein neues iPphne 6+ für 700 CHF. Conny konnte nur noch den Kopf schütteln und war entsetzt über meine Leichtigkeit 700 CHF auszugeben. Nachdem ich noch Wasser in denn Einkaufswagen legte, fing sie erneut meine Kaufentscheidung zu hinterfragen. Ich machte ihr klar, dass dies nicht rational zu begründen sei und völlig schwachsinnig, aber mir bleibt ja keine Alternative! Ich bin selber auch nicht begeistert immer so viel Geld auszugeben (okay, früher war die Gastrag AG die Leidtragende)… aber was soll ich machen?! Es herrschte wieder Ruhe. Nachdem wir noch ein Glas Peanutbutter im Einkaufswagen hatten, versuchte sie es nochmals mich vom schon getätigten Kauf abzubringen. Ich sagte Ihr es nochmals, dass Sie mit logischen und sinnvollen Argumenten nicht gegen den Kauf ankommt… es ist nun mal wie es ist! Basta! Dann schlug sie vor, dass ich Ihr iPhone haben kann und ich solle ihr ein günstiges Smartphone kaufen, welches schon für 110 CHF verfügbar war. Ich liess diesen Vorschlag doch tatsächlich bis zu meinem Gehirn vordringen und er schien mir eine gute Alternative zum Kauf zu sein. Ich änderte meinen Plan und gab das eben erworbene iPhone zurück und tauschte es für ein 110 Fränkiges HUAWEI. Im Hotel, ähm sorry Hostel meine ich, Hotel können wir uns ja nicht leisten, versuchte ich dennoch denn Selbstversuch mir ein HUAWEI zu Gemüte zu führen. Bis Dato habe ich es nicht bereut und bin ehrlich gesagt Conny sehr dankbar das Sie meine iPhone Abhängigkeit durchbrochen hat! Ich gewöhne mich von Tag zu Tag mehr an „mein“ neues HUAWEI. Mittlerweile kann ich sogar auch schon Vorzüge eines solches NICHT Apple-Produkt sehen. Ich werde euch auf dem Laufenden halten im Bezug auf diese noch junge und zerbrechliche „Liebe“.