Sydney-Adelaide: Frostiger Empfang

Nun war noch ein wenig Sydney mit Conny angesagt und auch der weitere Verlauf der Reise musste geplant werden. Zuerst wollten wir einen 4x4 oder VW-Bus kaufen und mit dem durch Australien tuckern für 2-3 Monate. Da aber die Preise im Februar immer wieder gesunken sind, machten wir uns unsere Gedanken wie es im Mai mit den Preisen aussehen würde und ob wir dann überhaupt noch einen Käufer finden werden. Also schauten wir auch parallel bei Autovermietern nach und konnten ein für uns gutes Angebot finden für zwei Monate Mietdauer. Da das Auto aber erst am 13. März zur Verfügung stand, machten wir uns mit einem anderen Mietauto auf, die Umgebung von Sydney zu erkunden: das Hunter Valley und die Blue Mountains. Das Hunter Valley ist eine Weinregion, welche in eine sehr schöne Landschaft eingebettet ist. Es seien die qualitativ guten exklusiven Weine, so die allgemeine Aussage der Produzenten. So freuten wir uns auf verschiedene Weindegustationen. Nun, für uns waren es eher überteuerte Pinots, welche gut in einen Bären oder Adler passen würden in der Schweiz. Aber wie gesagt, die Landschaft ist definitiv ein Reise wert. Wir gönnten uns dafür noch einen Besuch im Zoo und fütterten die Kängurus. Conny hatte viel Freude dabei. Die Blue Mountains sind ebenfalls eine Reise wert. Es sind die bewaldeten Rocky Mountains von Australien und ein schönes Wandergebiet.

 

Am Wochenende ging’s dann zurück nach Sydney. Endlich war schönes Sommerwetter! So haben wir die letzten zwei Tage noch in Sydney am Bondibeach, am Harbour, auf einer Schiffsfahrt und beim Spazieren genossen. Nur das Foodfestival war etwas enttäuschend, obwohl Christian sogar seine australischen Idole „Ben& Mike“ aus dem Foodchannel TV live gesehen hat. Die Preise waren sogar noch teurer als in der Schweiz am einem Foodfestival und die Portionen kleiner!

Conny: der Höhepunkt war das Adele Konzert! Wir konnten uns im Voraus ein Ticket ergattern. Conny: also Christian wurde nicht von mir gezwungen, dorthin zu kommen ;-)  es hat ihm sogar gefallen! Ihre Stimme war einfach imposant.

 

unsere Camperreise kann beginnen!

 

Am Montag darauf konnten wir dann endlich unser Mietcamper entgegennehmen und Australien richtig erkunden. Der Anfang war etwas holperig, da es ein handgeschalteter Camper ist, aber wir gewöhnten uns schnell dran. Die erste Nacht verbrachten wir noch etwas ungeübt auf einem abgefuckten Campingplatz. Es musste zuerst noch alles an seinem Platz verstaut werden und die Küche in Betrieb genommen werden. Auch das „sich bewegen auf kleinen Raum“ musste erst noch eingeübt werden. Wer macht was und vor allem wann. Der Regen machte es auch nicht einfacher so eingezwängt. Aber schon nach 2-3 Tagen hatten wir den Dreh raus und konnten anfangen so richtig zu geniessen. Aber eben doch nicht so ganz. Das Wetter war miserabel, Dauerregen und kalt, das Gegenteil was wir von Australien erwartet haben! In der Nacht gingen die Temperaturen teilweise soweit runter, dass sogar ich kühl hatte am Morgen. Der Plan war eigentlich zuerst von Sydney die Ostküste rauf und danach von Cairns rüber zu Alice Spring und runter nach Adelaide und über Melbourne zurück nach Sydney. Soweit der Plan. Conny wollte noch nach Perth, Darwin und sowieso auch noch dort und hierhin… auf gut deutsch ganz Australien und jedes Dorf. Zum Glück hat sie sich zu dem Kompromiss wie vorhin beschrieben eingelassen. Wie auch immer, wir waren auf dem Weg nach Brisbane rauf und es regnete wie aus Kübeln. Nicht so wie in der Regenzeit mit Sonne zwischendurch und warm, sondern ohne Sonne und kalt. Wettervorhersage war noch schlechter: mind. 14 Tage Regen. So haben wir kurzerhand  entschieden, die Übung mit der Ostküste vorerst abzubrechen und die Reise 180 Grad in die andere Richtung zu machen. Wie sich später herausstellen sollte, war das eine gute Entscheidung. Somit gingen wir zuerst nach Melbourne, Great Ocean Road, dann ins Outback und erst am Schluss die Ostküste hinunter. Innerhalb von zwei Tagen machten wir 1500 km an Sydney vorbei Richtung Melbourne und fliehen vor dem Regen. Aber es lohnte sich, je näher wir nach Melbourne kamen umso mehr liess sich die Sonne blicken. Somit konnten wir bei blauem Himmel in Melbourne einfahren.

Dank Connys Organisationstalent hatte sie noch die Visitenkarten von Hans und John mitgenommen, welche in Melbourne wohnten und die sie am 60. Geburtstagsfest von Martin und Erwin kennengelernt hatte. Also schreiben wir doch mal eine E-Mail und fragen an ob sie Zeit haben, um etwas essen zu gehen. Eigentlich wollten wir uns ja schon vorzeitig melden, aber da sich unsere Pläne so kurzfristig änderten war es jetzt sehr spontan.

 

John hat zum Glück sehr schnell geantwortet und setzte gleich alle Hebel in Bewegung und so kam ein Treffen am Samstagmittag zu Stande bei Hans zuhause. Aus diesem Mittagessen wurden drei wunderbare Tage, welche wir nicht vergessen werden. Obwohl wir uns nicht kannten und Conny sie auch nur vom Geburtstagsessen, so kam es uns doch gleich sehr vertraut vor als würden wir uns schon lange kennen. So durften wir die nächsten zwei Tage bei Hans übernachten und den Camper in seinem Vorgarten abstellen. Hans ist über 90 Jahre alt und mit 26 Jahren von der Schweiz nach Australien ausgewandert. Aus einer Ferienablösung bei einem Bäcker in Melbourne wurden schliesslich ein paar Jahre mehr. Es war sehr interessant seinen Geschichten zuzuhören wie er sich hier niedergelassen hat und sein Geschäft aufgebaut hat. Ein Chrampfer wie er im Buche steht!!! John ist einer seiner zwei Söhne, welcher auch in unmittelbarer Umgebung wohnt und ein grosser Schweiz Fan ist. An dieser Stelle möchten wir uns bei euch zwei nochmals herzlich für eure überragende Gastfreundschaft bedanken! Wir haben euch von Anfang an ins Herz geschlossen! Wie geschrieben, unsere Einladung steht in der Schweiz und wir würden uns sehr freuen!

 

Leider mussten wir dann auch wiedermal weiter Richtung Adelaide via Great Ocean Road. Wie wir es nicht anders gewohnt waren, fing es, sobald wir Melbourne verlassen haben, an zu regnen. Die nächsten 3 Tage an der Great Ocean Road waren geprägt vom nassen Wetter und kalten Temperaturen. So sind auch die Eindrücke eher etwas verhalten von der gross gelobten Strecke. Aber die 12 Apostel welche nur ca. 6 sind, konnten wir mehr oder weniger trocken begutachten zusammen mit einer Horde Asiaten. Die Zeit verbrachten wir viel im Camper auf der Strasse oder im Woolworth um einzukaufen fürs tägliche Festessen. Bei einem Ausflug zum Cape Bridgewater hatten wir Glück und die Sonne schien, da konnten wir einen herrliche Wanderung vorbei an wilden Seelöwen geniessen. In Adelaide angekommen gingen wir nach einem halben Tag Citybestaunen ins Barossavalley. Ein anderes bekanntes Weinanbaugebiet, welches schon eher unseren Geschmack traf. Hier lohnt sich ein Abstecher wegen den Weinen und dem Kulinarischen definitiv! Die Weindegustationen absolvierten wir im 30 Minutentakt und am Abend waren wir dann jeweils froh wieder auf unserem Gratiscamping zu sein. Conny kam auf den Geschmack von Portwein. So sind viele in der Schweiz bekannte Namen dort vertreten (Lehmann, Penfolds etc.). Was uns aber verwunderte waren die stolzen Preise. So waren alle Weine, welche es auch im Coop zu kaufen gab um die 20-30 % höher (moderne Technik macht das Vergleichen möglich). Auf den Hinweis wurden aber schnell die Preise nach unten korrigiert, so dass es ein paar Cent weniger waren als bei Coop…;-). Gekauft haben wir dennoch nicht so viel, da wir im Camper nicht so gerne Flaschen haben welche kaputtgehen könnten. Wir beschränken uns beim Alkohol auf die Qualitätsweine aus dem Karton.