Outback mal anders

Eigentlich haben wir noch eine „Swim with Dolphin“ Tour gebucht in Adelaide, nur leider wurde diese aufgrund des schlechten Wetters 2x (!) abgesagt. So ging es nach einem weiteren Besuch im Zoo mit Koala Knuddeln nun Richtung Outback. In Port Augusta verliessen wir die Zivilisation und machten uns wagemutig auf ins Outback. Der Tank wurde randvoll gefüllt, der Wasservorrat auf 40 Liter aufgestockt und der Kühlschrank gefüllt. Auch die Tankstellen wurden feinsäuberlich rausgeschrieben, um ja nicht stehen zu bleiben. Kurz nach Verlassen von Port Augusta brach auch gleich der Handykontakt ab und die Prärie fing an mit Büschen und Steppen. So ging es dann auch gut 600 Km weiter ohne Abwechslung. Relativ eintönig aber sehr faszinierend. Es gab viele tote Tiere (oder „schlafende“ Tiere wie ich immer Conny sage) am Wegesrand, welche sich trotz geringem Verkehr vors Auto getrauten. Die erste Nacht verbachten wir irgendwo im Nirgendwo auf einem Seitenweg zur geteerten Strasse. Kein Mensch und Licht soweit das Auge reicht. Ganz alleine mit Sternenhimmel und kühlen Temperaturen. Sehr romantisch! Am Morgen wurden wir von der Sonne geweckt und das Morgenessen wurde im Schatten des Campers gemütlich eingenommen. Die Morgentoilette und Dusche wurde auch unter freiem Himmel verrichtet, was nach dem Tibet auch kein Problem mehr war. Im Gegenteil, wir genossen es einfach ganz alleine zu sein! Nach zwei Tagen durchfahren, erreichten wir Cooper Pedy. Eine Opalgräber Stadt. Von hier kommen 85% der weltweit gehandelten Opale. Mich hat das Dorf gleich fasziniert! Es ist, wie man sich eine alte Goldgräberstadt vorstellt: alte Gebäude, komische Gestalten, eigenes Flair! Hier beschlossen wir einen ganzen Tag zu bleiben und die Museen und zu erkunden. Die Bewohner leben hier alle unter der Erde in ausgebauten Wohnungen, wo es immer schön 22-25 Grad kühl ist. Die Temperaturen waren während unseres gesamten Outbackbesuchs angenehm kühl. In der Sonne angenehm warm und im Schatten etwa 20 Grad. Perfekt fürs Outback, wir haben mit heisseren Temperaturen gerechnet…. Wie man es eben kennt vom Outback!

Nach Cooper Pedy ging es zwei Tage weiter zum Ayers Rock, dem wohl grössten Wahrzeichen von Australien. Es war ein faszinierender Moment, als der riesen Fels vor uns auftauchte. Neu heisst er nicht mehr Ayers Rock sondern „Uluru“ oder so. Das ist der Name der Aboriginies, den er ursprünglich hatte. Hier verbrachten wir zwei Nächte und machten die einte oder andere Wanderung, welche sehr zu empfehlen ist. Conny bestieg des Uluru auch noch und ging noch Sterne anschauen in der Nacht. Natürlich müssen die Temperaturen stimmen wie bei uns.

Nach dem Ayers Rock ging es weiter zum Kings Canyon, um zu wandern. Auch ein Ort im Nirgendwo, welche sich gut eignet für einen Rundlauf. Die Wanderung durch den Canyon ist sehr schön und sehr zu empfehlen. Für uns war das sogar die schönste Wanderung im Outback! Ihr seht, das Outback ist so komplett nicht was wir uns vorgestellt haben. Wir haben eigentlich gedacht, dass wir nur durchfahren können und kurz anhalten um Fotos zu machen und weiter. Aber ja, unsere Erwartungen wurden übertroffen und es war eines der schönsten Erlebnisse unserer Reise!

Weiter ging es nach Alice Spring. Der Ort, wo es wohl mehr Aboriginies hat als „Neuzuzüger“. In Alice Spring blieben wir auch drei Nächte und somit zwei Nächte mehr als erwartet. Es ist ein grosses Dorf im Outback mit einem speziellen Flair. Als Unterkunft diente mal kein gratis Campground, sondern ein eher heruntergekommener Campingsite sehr zentral für nur gerade 11 Dollar… ein wenig Luxus darf es manchmal auch sein. Östlich von Alice Springs befindet sich eine Bergkette die sich über 80km erstreckt und auch hier kann man wunderbar wandern und sogar baden in den verschiedenen Wasserlöchern. Wie ihr lest, sind wir sehr viel wandern gewesen im Outback. Das hat auch uns überrascht, stellten wir uns das Outback doch trocken und heiss vor. Aber wie geschrieben mit Sonnencreme und genug Wasser war es sogar für mich, der die Wärme nicht so gut erträgt, sehr angenehm. Natürlich ist es nur während den australischen Wintermonaten erträglich. Im Sommer geht’s schnell bis auf 50 Grad. Wir haben sogar 8-10 Velofahrer gesehen, die die Strecke Darwin – Adelaide abspulten, was gegen 4000 km ist…! Das wäre uns dann zu viel des Guten. Aber jedem das seine.

 

Ein weiteres Merkmal sind wie schon vorher erwähnt die Aboriginies, welche den ganzen Tag im Park rumhängen, so schien es uns jedenfalls. Sie schauen sehr grimmig/distanziert drein, aber wie schon in China zelebrierten wir das Zuwinken und Lachen und danach darauf gab’s eigentlich immer ein Lächeln zurück. Der hohe Anteil an Einheimischen wirkt sich auch beim Alkoholkauf aus. So muss beim Kauf von Alkohol ein Pass oder ID vorgelegt werden (nur im Laden), welcher dann kopiert wird und zusammen mit den gekauften Artikeln abgespeichert wird. Wird jetzt eine Flasche Vodka in einem der Aboriginie Camps gefunden, wird ermittelt, wer den entsprechenden Artikel gekauft hat und mit hohen Bussen belegt. Das gleiche ist bei Sexheften der Fall. Auch haben Aboriginis keinen Zugang zu den Alkoholläden. Vor fast jedem steht oder besser sitzt ein Polizist und kontrolliert die Ausweise oder Genehmigungen. Wenn sie eine Genehmigung haben, sprich einen festen Wohnsitz im Dorf Alice Springs, dürfen sie Alkohol kaufen. Wenn sie in einem der Camps/Reservate leben, wird der Zutritt verwehrt. Wie uns gesagt wurde, fehlt den Aboriginies ein Gen, um den Alkohol abzubauen und daher vertragen sie es nicht oder schlecht. Bei den Sexheften hat man die Angst, dass es Übergriffe auf die Kinder oder Frauen gibt, daher können sie diese Artikel nicht erwerben und auch hier wird ein Ausweis kopiert, falls mal ein entsprechendes Heft im Camp gefunden wird….! Dies haben wir so nur in Alice Springs gesehen. Allgemein ist das Verhältnis zwischen alt eingesessenem und neuem Zuzügler sehr kompliziert. Es ist das gleiche Trauerspiel wie in Amerika mit den Indianern, einfach mit dem Unterschied das Australien schon rein vom Klima her kein Land für „Weisse“ ist, was die höchste Hautkrebsdichte auf der Welt beweist. Wir müssen uns aber keine Sorgen machen über Hautkrebs, für das regnet es zu viel in unseren Ferien. Ich habe erst einmal ein kleiner Sonnenbrand gehabt und dabei habe ich mich bis jetzt nur 3x Sonnencreme benutzt! Soviel zum Thema Australien hat viel Sonne und ist warm.