Inselhopping

Die Hälfte war geschaft von der Ostküste und es ging weiter südwärts zu den Whitesundays. Das ist eine Insel, die nahezu 100% Quarzsand hat und somit sehr fein ist. Hier wurde auch ein Teil von Pirates of the Carribbian gedreht. Die Black Pearl haben wir leider nicht gesehen um es vorweg zu nehmen. Aber wir waren nur schon froh, konnten wir einen Segelturn dorthin buchen. Mit unserer Thailand-Einstellung: erst zu buchen wenn man vor Ort ist, kann ganz schön in die Hose gehen in Australien. Viele Angebote sind schon Wochen im Voraus ausgebucht und entsprechend bleiben meist nur noch die teureren Übrig. Für uns als Billigtouristen mit Anspruch leider nicht bezahlbar. Wie auch immer, auf „Book Me“ wurden wir fündig für 199 Dollar pro Person für 1 Nacht und 2 Tage. Ein unschlagbares Angebot und auf der Tour sieht man alles wie auch die teureren Schiffe. Das Boot mit dem es aufs Meer ging, war ein ausgedientes und umgebautes Segelschiff vom Americas Cup.

 

Es waren 35 Personen, welche an der Rundfahrt teilnahmen und darunter auch zwei Paare aus der Schweiz. Geschlafen wurde unter Deck wie es sich gehört auf einem engen Segelschiff nah beieinander und aufeinander. Da das Wetter und der vorhergehende Sturm die See und die Flora der Inselwelt sehr in Mitleidenschaft gezogen hatte, war mit Schnorcheln und Aussicht auf schöne grüne Inseln nicht wirklich zu Punkten. Die Spuren vom Sturm waren deutlich sichtbar. Ein wenig wie die Schweiz nach Lothar… ganze Wälder dem Erdboden gleichgemacht und die Sicht unter Wasser ca. ½ Meter. Somit neigte sich der erste Tag relativ unspektakulär dem Ende zu. Am Abend war eigentlich noch Party auf dem Schiff angesagt. Wir und das andere Schweizer Paar waren die letzten, welche schlafen gingen, gegen 23 Uhr in der Nacht und dies nicht mal betrunken. Der Rest der Gruppe, welche im Alter von 18-25 Jahre alt war, machte schon früher schlapp! Auch ein Zeichen, das die heutige Jugend viel besser ist als sein Ruf! Es sollte nicht nur bei diesem Anzeichen bleiben.

Das harte Erwachen

 

Tags darauf gestaltete sich das Aufstehen schwierig. Die Luft war so dermassen schlecht im Bug, das wir kaum geschlafen haben. Da es immer wieder regnete, mussten die Lücken geschlossen werden und bei 35 Personen geht die Luft sehr schnell aus. Wir fühlten uns wieder wie im Tibet. Nach dem Morgenessen ging es dann zu den berühmten Whitesundays. Auf der Insel angekommen, war leider gerade Flut und daher sah man nicht den gesamten Strand, welcher wirklich phänomenal war. Da der Quarz so rein ist, wurde hier auch das Material genommen für das Hubble - Teleskop. Gegen Mittag kamen dann auch langsam die Charter mit vielen Chinesen und sonstigen Landtouristen, welche allmählich die Insel überfluteten. Am Nachmittag ging es mit dem Boot wieder zurück ans Festland, wo wir wieder in unseren gemütlichen Camper Platz nehmen konnten.

Fraser Island "Teen Edition"

 

Das nächste Abenteuer wartete schon weiter unten auf Fraser Island. Auch hier war wieder eine Budgettour angesagt auf Fraser Island. Das ist eine Insel, die komplett nur aus Sand besteht. Auch ein Must für die Ostküste von Australien. Diese Tour hatten wir schon in Sydney vor gebucht mit flexiblen Startdaten. Der Preis (350 Dollar / Pers.) für 2 Nächte 3 Tage war sehr günstig. Das beinhaltete einen Jeep, Übernachtung, Essen und Guide. Denn Alkohol konnte man vorbestellen oder einfach mitnehmen. Wie es so üblich ist auf so günstigen Touren, waren wir mit Abstand die jüngsten. Am Vorabend gab es eine kurze Sicherheitsschulung mit allen Teilnehmern und die Gruppen wurden eingeteilt. Pro Fahrzeug wurden 8 Personen reingequetscht, wovon ich der älteste war. Der Rest bewegte sich zwischen 18 und 20 Jahren! Somit waren Conny & Ich die einzigen, welche fahren durften/mussten. Am nächsten Tag gab es nochmals ein Briefing und unserem Auto wurde noch ein englisches Pärchen zugeteilt, welches um die 30 war… zum Glück dachten wir uns! Die Autos wurden beladen und dann ging es auch schon ab mit der Fähre zu Insel. Wie üblich auf einer Sandinsel, gibt es keine Strassen, sondern man fährt nur auf Sand, was ähnlich ist wie auf Schnee zu fahren. Wir bildeten einen Konvoi aus ca. 8 Fahrzeugen, welche hintereinander herfuhren.

Vaterfigur gefunden

 

In diesen drei Tagen klapperten wir die Sehenswürdigkeiten der Insel ab. Die Flora und Fauna war ganz schön, so sahen wir hier den schönsten Strand unserer bisherigen Reise, wie aus dem Werbekatalog und mit einem Rundflug über die Insel sahen wir noch viele weitere schöne Seen und Landschaften. Für das nächste Mal würde ich zwei Tag und eine Nacht buchen. Dies reicht eigentlich um die Insel zu sehen. Die Tour, welche wir hatten, war durchaus seinen Preis wert aber am Schluss dennoch auf junges Publikum ausgelegt. Man schlief in Zelten in Schlafsäcken ohne irgendwelche Matten oder so. Auch das Essen musste jede Gruppe für sich koche! Man stelle sich das Bildlich vor: 8 Gruppen à je 8 Personen um die 20 Jahre, die ohne Guide oder Anleitung das Essen für sich selber kochen müssen…. Ja genau so hat es ausgesehen, ich würde sagen noch ein wenig schlimmer. Hier konnte man auch sehr gut schauen, wie zufällig zusammengewürfelte Gruppen sich organisierten, oder eben nicht. Es war amüsant mehr als amüsant. In unserer Gruppe übernahm ich den Lead und machte das was ich am besten konnte: delegieren. Klare Anweisungen wer was kocht, rüstet, aufräumt, auftischt etc. Somit war unsere Gruppe als erstes fertig und von da an war ich in der Vaterrolle angekommen. In den darauffolgenden Tagen wurde ich dann von den Jugendlichen oft gefragt, ob Sie dies so oder so machen können und wie ich es machen würde - egal ob es nun ums Essen ging oder ob sie jetzt Flip Flops oder Schuhe anziehen sollten! Es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde es wäre Nervig gewesen. Aber ich kam mir wirklich richtig alt vor… das war schon eher beunruhigend. Am Abend waren auch Conny und ich zusammen mit dem andern älteren Pärchen die einzigen, welche was tranken und Spass hatten. Die Jungen waren eher verhalten und nicht so die Spasskanonen. Um 24 Uhr war aus die Maus. Auch hier wieder: Die Jugend ist besser als ihr Ruf. Wenn ich mir vorstelle mit 20 Jahren alleine in Australien mit Kollegen…. Gute Nacht!!!!

Surfen am Spot X

 

Als letztes stand noch das Surfcamp in Spot X auf dem Programm, welches nach Brisbaine unsere letzte Station war an der Ostküste. In Brisbaine waren wir nur einen Abend, obwohl es uns eigentlich länger gefallen hätte hier. In Spot X hatten wir die Surfschule gebucht, um endlich mal mein Sixpack zu bekommen (ich bin immer noch am dran arbeiten… steter Tropfen höhlt den Stein). Das Camp war ähnlich wie überall an der Ostküste: die 18-20 Jährigen waren mit Abstand in der Überzahl und wir die Ältesten. Ich denke dieses Phänomen lässt sich mit unserem Budget erklären was wir haben oder eben bessergesagt nicht. Schlussendlich aber war es eher bereichernd für uns und es war immer was los für ein paar Tage, bevor wir wieder für uns alleine waren im Camper.

 

Das Surfcamp war so organisiert, dass man am Morgen zwei Stunden mit dem Lehrer ins Wasser ging um zu Surfen und am Nachmittag jeder ein wenig für sich alleine. Der Surflehrer war dabei selber am Surfen und nicht so auf die Teilnehmer fixiert. Schlussendlich ist es auch eine Sache, die jeder für sich selber lernen muss durch Routine.  Für angehende Surfprofis, empfehle ich zu Anfang zwei Privatlektionen und danach einfach selber üben. Später kann man dann nochmals einen Surflehrer für ein oder zwei Lektionen dazu nehmen um den einten oder anderen Kniff zu lernen. Ein Surfcamp wird meines Erachtens völlig überbewertet und ist das Geld nicht wert… ausser man will mit anderen Personen in Kontakt kommen.  Surfen im Allgemeinen ist eine Geduldsache. Man muss vor allem die Balance halten und erstmal richtig auf dem Brett stehen können. Dies ist die grösste Herausforderung. Bei Conny klappt dies schon besser, da sie auch schon mehr Erfahrung hat als ich. Mein Problem war rückblickend, dass ich zu früh raus bin zu den 2-3 Meter Wellen, wo doch sehr angsteinflössend sind. Hätte ich mehr bei den kleineren Wellen geübt richtig aufzustehen, könnte ich es besser…. Aber ich habe ja noch Zeit in Hawaii, wo das Surfen erfunden wurde!

 

Nach drei Tagen surfen war dann Aufbruch zum Ende angesagt. Es ging relativ schnurgerade runter nach Sydney. Auf dem Weg musste auch noch der Camper geputzt werden und die sieben Sachen alle gepackt werden. Australien ging dem Ende zu (jedenfalls für uns). Es war eine sehr schöne Zeit welche wir hier erleben durften. Für mich war rückblickend das Outback der Höhepunkt. Diese Weite und die spezielle Lebensweise der Leute hat mich fasziniert. Es war so ganz anders, wie ich es mit vorgestellt hatte und auch ein wenig Surreal. Die Ostküste hat uns eher enttäuscht, was einerseits am Wetter, anderseits an der Saison gelegen hat. Was uns aber sehr gut gefallen hat war das rumreisen im Camper. Dieses Erlebnis war für uns beide nachhaltig prägend. Wir spielen sogar mit dem Gedanken uns einen zu kaufen irgendwann in der CH. Wer nach Australien möchte muss dies auch unbedingt mit einem Camper tun! Es sind einmalige Erlebnisse mitten im Outback zu sein und 300 km um sich herum keine anderen Menschen zu haben und die Sterne zu beobachten, selber zu kochen, waschen, in der Natur auf WC etc.!! Wir kommen sicher wieder, um den Rest zu entdecken.