Glück im Unglück (Wetter)

Nach Alice Springs ging es dann vier Tage quer rüber nach Cairns. Es wurde auf der Fahrt auch das erste Mal so richtig heiss, sodass die AirCon angeschaltet werden musste (DAS ERSTE MAL!!!!). Leider war der Verbrauch so exorbitant hoch, dass wir es nur auf der Reserve an die nächste Tankstelle schafften. Anstelle der üblichen 13 Liter auf 100 km, schnellte der Verbrauch auf 19 Liter hoch! Somit konnten/wollten wir uns die AirCon finanziell nicht mehr leisten. Aber wie geschrieben, war es einen Tag sehr heiss und an der Ostküste angekommen erwartete uns auch schon wieder der Regen. Zwar hatten wir viel Glück, da viele Reisende, welche wir in Cairns getroffen haben die letzten 3-4 Wochen nur im Regen und Sturm Debbie verbracht hatten. Somit war unsere Entscheidung goldrichtig, erst Süd- & Zentralaustralien zu machen. Aber das Wetter war auch noch nicht fabelhaft. Zumindest lagen aber auch keine Haie mehr auf der Strasse. Im Norden gingen wir dann nach Cape Tribulation rauf. Einem Mangroven Wald mit Krokodilen und vielen sonstigen Tieren. Ein sehr schöner Flecken Erde, der sehr sehenswert ist. Wieder zurück in Cairns war dann das Buchen des Tauchbootes für das Great Barrier Reef auf dem Plan, welches sich als schwieriger erwiesen hat als gedacht. Viel war schon ausgebucht oder schlichtweg zu teuer für uns. Es hatten sich viele Reisende angestaut, die jetzt unbedingt noch eine Tour machen wollten, als der Sturm vorüber war. Aber wir haben dann doch noch ein Schiff gefunden, welches uns für drei Tage und zwei Nächte mitnahm. Auch der Preis war mit ca. 700 Dollar pro Person sehr günstig. So waren doch Übernachtung, Essen, Transport und insgesamt 11 Tauchgänge inklusiv. An Board arbeiteten dann auch nur günstige Backpacker, welche aber einen sehr guten Job machten. Das Boot rühmte sich, das letzte verbliebene Familienunternehmen in Carins zu sein, welche Tauchmöglichkeiten anbieten. Dass auf dem Boot nur Deutsche und Franzosen arbeiteten, passt da nicht so dazu… Allgemein wird in den Touristenorten sehr arbeitende Backpacker gesetzt (analog zu Neuseeland). Sei es in den Bars, Farmen, Tauchbooten, Baustellen etc. Für mich ein sehr gutes Konzept (mit Ausnahmen natürlich), da beiden Seiten gedient ist. In Australien ist es dasselbe wie in der Schweiz, für gewisse Arbeiten lassen sich schlichtweg keine Einheimischen finden. Dabei ist die Bezahlung, wenn man gut arbeitet sehr attraktiv. So sind 30 Dollar Stundenlohn keine Seltenheit, und das in Australien.

Die Tauchspots am Great Barrier Reef waren wegen der eher bescheidenen Sichtweite von ca. 6-10 Metern dann auch nicht der Burner. Es war gutes Mittelmass, aber kein Vergleich zu den Philippinen oder Ägypten. Für das hätte man weiter rausfahren müssen ans nördliche Ende und man hätte für die gleiche Leistung (natürlich etwas exklusiver uns luxuriöser versteht sich!) ab 2200 Dollar rechnen müssen. Für das bekommen wir 2 Wochen Luxusferien in Ägypten mit Flug und wohl ebenbürtigen Tauchspots…! Was wir aber bei fast jedem Tauchgang gesehen haben waren Korallen, kleine und grosse Fische und Riff Haie, die ca. 1-3 Meter gross waren. Beim Nachttauchgang hat mir ein solcher Hai auch einen riesen Schrecken eingejagt, als er ca. 40 cm vor mir durch das Licht der Taschenlampe durchgeschwommen ist! Alle Tauchgänge haben wir uns dann aber auch nicht gegönnt, da sie schon ab 6 Uhr starteten. Das war uns zu früh, so stiegen wir immer erst um 9 Uhr ins warme Wasser (28 Grad). Die Luft war mit 24 Grad eher mässig warm, aber dennoch hatten wir Glück und kein Regen auf unserem Ausflug. Dieser Ausflug mit der Sea- & OceanQuest können wir jedem Taucher empfehlen, der nicht die luxuriöse Variante wählen möchte. Auch die Unterkunft in der Doppelkabine war für uns, wo wir doch nur auf der Strasse schlafen eine sehr angenehme Abwechslung mit eigenem Bad sogar. Das alleine war schon der pure Luxus für uns! Insgesamt war das ein schönes Erlebnis!

Wieder zurück an Land ging es wieder etwas landeinwärts in die Tablelands, um die verschiedenen Wasserfälle zu bestaunen. Da das Wetter eher mässig war, war auch dieser Ausflug eher Pflichtprogram anstelle von Genuss. Auch hier mussten Pullover und Jacke angezogen werden. Zudem war es auf ca. 800 Meter und merklich kühler als an der Küste. Was aber sicher ein Muss ist, ist Kuranda und der dazugehörende Wasserfall. Dies hat uns wieder ein wenig an Südostasien erinnert und doch noch ein wenig Sonne (zumindest im Herzen) zu bekommen. Die Wasserfälle weiter hinten (Rundfahrt) sind nur bei gutem Wetter zu empfehlen, da man dann noch gut baden könnte, was sehr schön ist. Auch wurde wieder einmal eine Tour abgesagt wegen dem Wetter, eine Canyoning Tour, welche Conny gerne gemacht hätte. Somit führte uns der Weg wieder zurück an die Küste. Mission Beach war regnerisch und auch nicht gerade einladend zum Baden. Baden kann man nördlich von Brisbane sowieso nicht ohne die Gefahr von giftigen Quallen (Saison Nov.-Mai) und wenn es keine Quallen hat, dann gibt es Krokodile. Unser Bild der Ostküste zerbröckelte langsam aber sicher. Man kann zwar Baden in abgesperrten Bereichen, wo ein Netz ins Meer gespannt wird, um die Quallen und Krokodile auf Distanz zu halten. Aber das Wasser bleibt dennoch sehr trüb, sodass es wenig anmacht reinzugehen. Dies könnte auch sein wegen des Sturm Debbies, wir wissen es nicht. Wir hoffen immer noch, in Fraser, Brisbane und weiter südlich baden gehen zu können. Aber der Herbst hält langsam Einzug in Australien und je weiter südlich wir kommen umso kühler wird es…

In Townsville fuhren wir mit der Fähre noch zur Magnetic Island raus. Hier konnte Conny dann das erste Mal so richtig das Strandleben geniessen, nachdem wir einen Tag gewandert sind. Diese Insel war für uns ein Highlight. Wunderschöne Strände, gutes Wetter und keine Quallen. Dazu gab es auch noch einen wunderschönen Sonnuntergang und allgemein war die Insel der fantastisch. Eigentlich wollten wir noch länger bleiben, aber wir mussten weiter um unseren Segelturn in Whitesundays nicht zu verpassen!